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Grundmodul · Branchen-Linse: Arbeitnehmerüberlassung / Personaldienstleister

Förderung & Finanzierung: Was Gründer realistisch erwarten können

Welche Förderungen für Gründer wirklich tragen, warum Banken bei Gründern zögern und wie Sie Eigenkapital, Bonität und Businessplan so aufstellen, dass eine Finanzierung möglich wird.

Wozu Klärungsbogen und Leseliste?

Beides ist Ihr privater Arbeitsbereich unter „Meins" – eine persönliche Aufgaben- und Merkliste, mit der Sie beim Lesen einen roten Faden behalten. Wir als Unternehmensberatung greifen darauf nicht zu.

Die Leseliste sammelt Beiträge, Module und Folgen, die Sie später lesen oder hören wollen. Der Klärungsbogen sammelt offene Fragen, die Ihnen beim Lesen einfallen – mit Quelle und Sprungmarke. Wenn Sie irgendwann ein Gespräch mit uns führen möchten, bringen Sie den Klärungsbogen als Ihre Agenda mit. Solange Sie das nicht tun, bleibt er bei Ihnen.

Wie „Meins" funktioniert

Inhalt

Förderung und Finanzierung werden in der Gründungsberatung gern verklärt. Tatsächlich ist das Feld überschaubar: Es gibt ein paar wenige, aber sehr brauchbare Förderungen – und eine Bankenwelt, die Gründungen aus guten Gründen kritisch betrachtet.

Welche Förderungen gibt es?

Eine wirklich sinnvolle Förderung sind der Gründungszuschuss der Agentur für Arbeit und das Gründungscoaching über den Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS). Beides sollten Sie mitnehmen, wenn sich die Möglichkeit ergibt. Gerade aus der Arbeitslosigkeit heraus lohnt es sich, nicht zu lange zu zögern: Nach dem Gründungscoaching können Sie häufig im Nebenerwerb starten, den Markt vorbereiten und testen. Trägt das Modell nicht, lassen Sie es wieder sein – die Lernkurve ist trotzdem ein Gewinn.

Daneben gibt es laufend wechselnde Programme von EU, Bund und Ländern. Lassen Sie sich davon nicht blenden. Im Kern erfüllen Förderungen immer eine von zwei Aufgaben:

  • Zuschuss zu Kosten oder Ausgaben
  • teilweise Risikoübernahme im Rahmen einer Finanzierung

Förderungen lassen sich auch zur Vertriebsunterstützung einsetzen. Machen Sie sich aber nicht abhängig davon: Die nächste Wahl oder der nächste Bundeshaushalt kommt schneller, als Sie denken. Ihr Geschäftsmodell muss auch nach dem nächsten Haushaltsgesetz tragen.

Die meisten Programme von EU, Bund und Ländern sind in der Förderdatenbank des Bundeswirtschaftsministeriums dokumentiert. Kommunale Programme finden Sie dort nicht – die müssen Sie direkt bei der Stadt oder dem Landkreis erfragen.

Eine Förderung ist nie ein Geschenk, sondern ein Werkzeug. Sie ist dann gut, wenn Ihr Geschäftsmodell auch ohne sie funktioniert – und die Förderung den Start spürbar erleichtert.

Gründungsfinanzierung: Warum Banken zögern

Wer gründet, hat sich als Unternehmer noch nicht bewiesen. Die Wahrscheinlichkeit des Scheiterns ist statistisch hoch. Banken freuen sich über Finanzierungsanfragen von Gründern entsprechend selten.

Um gegenüber der Bank Sicherheit zu schaffen, hilft ein klarer Blick auf die eigene Ausgangslage:

  • Eigenkapital: Wer kein Geld hat, hat im Zweifel auch nicht gelernt, mit Geld umzugehen – und ist für die Bank ein schlechter Kreditnehmer. Ein nennenswerter Eigenanteil ist in praktisch jeder Gründungsfinanzierung Voraussetzung.
  • Bonität: Ohne Bonitätsprüfung gibt es nirgends Kredit. Prüfen Sie Ihre Bonität vor der Bank: über eine eigene SCHUFA-Selbstauskunft (kostenlos nach DSGVO). Bereinigen Sie offene oder fehlerhafte Einträge, bevor Sie die erste Anfrage stellen.
  • Finanzierungsfähiger Businessplan: Inklusive Liquiditäts-, Erfolgs- und Investitionsplan sowie – je nach Rechtsform – Planbilanzen. Die Bank liest daraus ab, ob Sie Ihr Geschäft organisatorisch und kaufmännisch verstanden haben.
  • Belegbarkeit: Berufsabschlüsse, Eignungen, Referenzen – für die typischen Förderkredite sind Nachweise im Detail erforderlich.
  • Selbstauskunft: Eine vollständige Aufstellung der privaten Einnahmen, Ausgaben und Vermögenswerte ist Pflicht. Ohne Selbstauskunft gibt es kein Geld.

Arbeitnehmer bekommen oft leichter Kredit

Wenn Sie eine Gründung planen und absehbar Fremdkapital brauchen, denken Sie früh an Verbraucher- oder Hypothekenkredite ohne Zweckbindung, solange Sie noch im Angestelltenverhältnis sind. Auf diesem Weg kommen Sie vergleichsweise einfach an Mittel, die Sie später in Ihr Vorhaben einsetzen können.

Der Preis: Eine zusätzliche, klassische Firmenfinanzierung wird danach unwahrscheinlich. Sie sollten den Verbraucher- oder Hypothekenkredit also so dimensionieren, dass das Geld zuverlässig reicht – Nachfinanzierungen sind in dieser Konstellation kaum darstellbar.

Die wichtigsten Finanzierungsförderungen für Gründer

Allgemein zugängliche Finanzierungsförderungen für Gründer sind überschaubar. Die wichtigsten Programme:

  • KfW-Förderkredite (z. B. ERP-Gründerkredit)
  • Förderkredite der Landesförderbanken

Das eigentlich Wesentliche an diesen Programmen ist die Haftungsfreistellung: Die Förderbank übernimmt – je nach Programm – bis zu 80 % des Kreditrisikos. Die Hausbank trägt dann nur noch 20 %. Damit fallen viele Anträge unter die internen Bagatellgrenzen der Bank und werden überhaupt erst entscheidungsfähig.

Reicht das nicht aus, kommt die Bürgschaftsbank ins Spiel: Mit einer Ausfallbürgschaft sinkt das Restrisiko der Hausbank noch einmal deutlich.

Wichtig bleibt in allen Fällen: Es handelt sich um Förderinstrumente, nicht um Geschenke. Die Gründer haften selbstschuldnerisch gegenüber Hausbank und Bürgschaftsbank. Wer das nicht will oder kann, scheidet als Kreditnehmer in der Regel aus.

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Gründungszuschuss und AVGS

Sind Sie arbeitslos oder werden es in absehbarer Zeit, sprechen Sie mit der Agentur für Arbeit über Ihre Gründung. Der Gründungszuschuss bringt für sechs Monate rund 300 Euro pauschal zusätzlich zum letzten Arbeitslosengeld; nach Nachweis des Vollerwerbs lassen sich weitere neun Monate à 300 Euro anschließen.

Über den Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS) kann zudem die Gründungsberatung vor und nach der Gründung übernommen werden. Details dazu finden Sie im Hub AVGS-Gründungscoaching.

Vorfinanzierung der Löhne als Kernthema

Spezifische staatliche Förderprogramme für die Arbeitnehmerüberlassung gibt es praktisch nicht. Wirtschaftlich entscheidend ist daher die Vorfinanzierung der Löhne: Sie zahlen Ihre Leiharbeiter pünktlich am Monatsende oder Monatsanfang aus, die Entleiher zahlen Ihre Rechnungen oft erst nach 30, 45 oder 60 Tagen. Diese Lücke wird über eine Kontokorrentlinie der Hausbank, über Factoring oder über Forderungsverkauf abgesichert.

Banken erwarten dafür einen belastbaren Liquiditätsplan, klare Branchenzuordnung und meist persönliche Haftung der Geschäftsführung – auch bei der GmbH.

Warum sehe ich diesen Abschnitt?

Auf der Hub-Übersicht ist die Branchen-Linse Arbeitnehmerüberlassung / Personaldienstleister aktiv (oder Sie sind über einen Branchen-Link auf dieses Modul gekommen). Dadurch wird dieser branchen-spezifische Block zusätzlich zum Grundmodul eingeblendet. Linse entfernen.

FAQ

Häufige Fragen

Glossar

Bonität
Beschreibt die Kreditwürdigkeit eines potenziellen Kreditnehmers. Für Gründer heißt das: Die Bank prüft, wie wahrscheinlich es ist, dass das Unternehmen seinen Zahlungsverpflichtungen pünktlich und vollständig nachkommt – etwa durch eine SCHUFA-Abfrage und die Analyse der finanziellen Verhältnisse.
Eigenkapital
Die finanziellen Mittel, die Gründer aus ihrem Privatvermögen in das eigene Unternehmen einbringen. Ein angemessener Eigenkapitalanteil signalisiert der Bank Engagement, Risikobereitschaft und die Fähigkeit, mit Geld umzugehen.
Haftungsfreistellung
Ein Instrument bei Förderkrediten, bei dem die Förderbank (z. B. KfW) einen Teil des Kreditrisikos von der Hausbank des Gründers übernimmt. Dies senkt das Risiko für die Hausbank und erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Kreditzusage erheblich.
Bürgschaftsbank
Ein Förderinstitut, das gegenüber der Hausbank eine Ausfallbürgschaft für einen Gründerkredit übernimmt. Fehlen dem Gründer bankübliche Sicherheiten, kann die Bürgschaftsbank diese Lücke schließen und eine Finanzierung ermöglichen.
Selbstschuldnerische Haftung
Eine Form der Bürgschaft, bei der der Bürge (hier: der Gründer) auf die "Einrede der Vorausklage" verzichtet. Die Bank kann sich im Falle eines Kreditausfalls direkt an den Gründer halten, ohne vorher die Zwangsvollstreckung gegen das Unternehmen versuchen zu müssen.
Gründungszuschuss
Eine Leistung der Agentur für Arbeit zur Sicherung des Lebensunterhalts in der ersten Phase der Selbstständigkeit. Er wird an Gründer gezahlt, die ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer hauptberuflichen selbstständigen Tätigkeit beenden.

Weiterführendes

Zusammengestellt mit KI-Unterstützung, redaktionell geprüft.

Mein Klärungsbogen

Ihre offenen Punkte zu diesem Beitrag

Typische offene Fragen zu diesem Beitrag. Setzen Sie einzelne Punkte auf Ihre persönliche Aufgabenliste unter „Meins" – oder ergänzen Sie eine eigene Frage. Der Klärungsbogen ist Ihr privater Arbeitsbereich; wir greifen darauf nicht zu. Sie nutzen ihn als roten Faden beim Lesen – und nehmen ihn, wenn Sie wollen, als Agenda in ein Beratungsgespräch mit.

  • Wie gestalte ich meinen Business- und Finanzplan, damit er die Bank überzeugt?

    Die Bank prüft anhand Ihres Businessplans, ob Ihr Vorhaben kaufmännisch durchdacht, schlüssig und tragfähig ist.

  • Welchen Zeitplan muss ich für die Beantragung von Förderungen und Krediten einplanen?

    Die Antrags- und Genehmigungsprozesse bei Förderstellen und Banken können Wochen oder Monate dauern und müssen frühzeitig gestartet werden.

  • Wie kombiniere ich Zuschüsse, Haftungsfreistellungen und Kredite zu einer stimmigen Gesamtfinanzierung?

    Eine durchdachte Kombination verschiedener Instrumente kann die Finanzierung Ihres Vorhabens deutlich erleichtern und die Konditionen verbessern.

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