Grundmodul
Der Businessplan-Mythos: Warum 7 von 8 Gründern ihn gar nicht brauchen
Nur rund jeder achte Gründer in Deutschland braucht wirklich einen Businessplan. Warum die KfW-zentrierte Ratgeberlogik in die Irre führt – und wie die Reise stattdessen beginnt.
Bearbeitungsstand: Juli 2026
Wozu Klärungsbogen und Leseliste?
Beides ist Ihr privater Arbeitsbereich unter „Meins" – eine persönliche Aufgaben- und Merkliste, mit der Sie beim Lesen einen roten Faden behalten. Wir als Unternehmensberatung greifen darauf nicht zu.
Die Leseliste sammelt Beiträge, Module und Folgen, die Sie später lesen oder hören wollen. Der Klärungsbogen sammelt offene Fragen, die Ihnen beim Lesen einfallen – mit Quelle und Sprungmarke. Wenn Sie irgendwann ein Gespräch mit uns führen möchten, bringen Sie den Klärungsbogen als Ihre Agenda mit. Solange Sie das nicht tun, bleibt er bei Ihnen.
Wer sich heute im Internet zum Thema Selbstständigkeit informiert, stößt unweigerlich auf denselben Ratschlag: „Schreib als Erstes einen Businessplan." Dieser vermeintliche Standardweg führt viele Gründer in die Irre. Die meisten Gründer benötigen gar keinen ausformulierten Businessplan.
Wer braucht den Businessplan wirklich?
Die Flut an Vorlagen und Leitfäden im Netz erweckt den Eindruck, kein Unternehmen könne ohne einen 50-seitigen Businessplan starten. Die Wahrheit ist pragmatischer: Einen Businessplan brauchen Sie erst dann, wenn Sie Geld von Dritten wollen.
Das betrifft im Wesentlichen drei Szenarien:
- Sie benötigen eine klassische Bank- oder Förderfinanzierung.
- Sie beantragen den Gründungszuschuss bei der Agentur für Arbeit (aus dem Arbeitslosengeld I).
- Sie beantragen das Einstiegsgeld beim Jobcenter (aus dem Bürgergeld).
Dass der Businessplan im Netz so dominant besprochen wird, liegt an der massiven politischen und institutionellen Werbung – allen voran durch die KfW. Die gängige politische Förderlogik lautet: Wir verteilen Geld und dann wird es schon. Damit Geld verteilt werden kann, wird ein Businessplan benötigt. Deshalb beginnt aus Sicht Ihrer Hausbanker oder der KfW-Banker die Gründung mit dem Businessplan. Die Logik lautet: erst der Plan, dann die Förderung, dann die Gründung. Dieser Ansatz vernachlässigt die absolute Mehrheit aller Gründer in Deutschland.
Die nackten Zahlen im Realitätscheck
Die offizielle Statistik zeigt ein anderes Bild als die Werbekampagnen der Förderbanken. Ein Blick auf die Verteilung der Gründungen in Deutschland:
- Gesamtgründungen: rund 690.000 Gründungen im vergangenen Jahr (Quelle: KfW-Gründungsmonitor).
- KfW-Kredite: rund 25.000 Kreditausreichungen durch die KfW (Quelle: KfW Bankengruppe).
- Gründungszuschuss: rund 20.000 Bewilligungen der Agentur für Arbeit (Quelle: Bundesagentur für Arbeit).
- Einstiegsgeld: rund 1.000 Gewährungen zur Überwindung der Hilfebedürftigkeit (Quelle: Bundesagentur für Arbeit).
- Freie Bankkredite: überschaubar, da Banken hierfür eine exzellente, meist bereits vorhandene Bonität voraussetzen; nach Schätzungen der KfW maximal weitere 25.000 Fälle.
Fazit der Statistik: Rechnet man diese Zahlen zusammen und berücksichtigt methodische Dopplungen (weil manche Gründer Kredite und Zuschüsse kombinieren), benötigen nur etwa 70.000 bis 75.000 Gründer überhaupt einen Businessplan für ihre Startfinanzierung.
Das heißt: Nur etwa jeder achte Gründer braucht zwingend einen Businessplan. Die restlichen sieben von acht Gründern werden von der KfW-zentrierten Informationslandschaft im Internet schlicht ignoriert.
Hinzu kommt: Ein Teil der Gründer, die eine Finanzierung nutzen, absolviert im Vorfeld ein gefördertes Gründungscoaching über die Agentur für Arbeit. Der Businessplan ist dort bereits integrativer Bestandteil des Coachings. Für alle anderen – und besonders für die große Mehrheit, die ohne fremdes Geld startet – ist der starre Fokus auf den Businessplan am Anfang der Reise reine Zeitverschwendung.
Erst die unternehmerische Reise, dann das Dokument
Wir machen das Vorgehen praktikabel und drehen die Logik um. Sie sollen nicht als Erstes ein Dokument ausfüllen, das in der Regel ohnehin nicht gut wird, wenn Sie die Reise nicht verstanden haben. Im 1×1 der Gründung starten Sie die Reise als Unternehmer oder Selbstständiger. Der Fokus liegt zuerst auf dem Geschäftsmodell: Was sind Ihre Motivationen? Welche Probleme können Sie lösen, für die Kunden Geld bezahlen? Was müssen Sie überhaupt lernen? Wer sind Ihre Kunden? Wie verdienen Sie Geld? Wie funktionieren Verträge? Und vieles mehr.
Genau hier setzen wir an. Sie verstehen die Logik Ihres Unternehmens. Wenn sich danach herausstellt, dass Sie für das Wachstum oder die Startphase Kapital benötigen, besitzen Sie bereits alle Kompetenzen, um mühelos den geforderten Businessplan zu erstellen. Einen Businessplan zu schreiben ist nämlich wirklich einfach, wenn man sein Geschäft versteht.
Alle Schritte der unternehmerischen Reise finden Sie im 1×1 der Gründung.
Unsere Philosophie: Risiko minimieren
Die politische Landschaft vermittelt oft den Eindruck, man könne Gründungen nur mit Geld anschieben. Peter Saubert sieht das kritisch:
Gründungen kann man nur damit anschieben, dass man Gründung attraktiv macht, und das funktioniert nur mit Bürokratieabbau und Akzeptanz in der Gesellschaft.
Wir empfehlen deshalb gezielt, Risiken zu minimieren. Das ist unser Beratungsgrundsatz. Das primäre Ziel ist es, Ihr Vorhaben so zu gestalten, dass Sie ohne Finanzierung auskommen. Bootstrapping – also das Gründen aus eigenen Mitteln und direkten Kundenumsätzen – ist psychologisch und finanziell die risikoärmste Variante.
Wenn Sie doch Geld brauchen: Ihr Partner für die Finanzierung
Manche Geschäftsmodelle lassen sich nicht ohne Startkapital realisieren. Sollte Ihr Weg doch über eine Finanzierung führen, müssen Sie der politischen Werbung nicht blind hinterherlaufen. Die Unternehmensberatung Peter Saubert heißt nicht umsonst „Unternehmensberatung für Gründung und Finanzierung". Wir haben umfangreiche und praxiserprobte Erfahrung in der Strukturierung von Unternehmens- und Beratungsfinanzierungen – KfW-Kredite, Förderbankkredite, klassische Bankfinanzierungen und Förderanträge vielfach erfolgreich begleitet.
Wir unterstützen zielgerichtet bei allen gängigen Finanzierungsformen:
- Mikrokredite für kleinere Startvolumina im Zusammenhang mit der Gründungsberatung
- Förderkredite der jeweiligen Landesbanken
- Gründer- und Mittelstandskredite der KfW
- Klassische Bankfinanzierungen über Hausbanken
- Strukturierte Investorenfinanzierungen
Wir begleiten Sie Schritt für Schritt – beginnend bei Ihren Zahlen im Controlling bis hin zum bankfähigen Businessplan. Starten Sie jetzt mit dem Fundament und konzentrieren Sie sich auf das, was Ihr Business bewegt. Was wir Ihnen nicht abnehmen können, ist die Reise zum Selbstständigen oder Unternehmer. Dabei begleiten wir Sie gerne, aber die Reise müssen Sie machen. Beginnen Sie mit dem 1×1 der Gründung – und Sie werden sehen: einen Businessplan zu schreiben ist gar nicht so schwer.
Verknüpfungen zum 1×1 des Controllings
Weiterführend
FAQ
Häufige Fragen
Glossar
- Businessplan
- Ein schriftliches Dokument, das ein unternehmerisches Vorhaben detailliert beschreibt. Er umfasst in der Regel das Geschäftsmodell, die Markt- und Wettbewerbsanalyse sowie eine umfassende Finanzplanung und wird vor allem für die Beantragung von Krediten oder Förderungen benötigt.
- KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau)
- Eine staatliche Förderbank in Deutschland, die Kredite für Gründer, Unternehmen und Privatpersonen zu günstigen Konditionen anbietet. Die Vergabe erfolgt in der Regel über die Hausbank des Antragstellers.
- Gründungszuschuss
- Eine finanzielle Förderung der Agentur für Arbeit für Gründer, die sich aus der Arbeitslosigkeit (Bezug von Arbeitslosengeld I) selbstständig machen. Er dient der Sicherung des Lebensunterhalts in der Startphase und setzt einen tragfähigen Businessplan voraus.
- Einstiegsgeld
- Eine Leistung des Jobcenters für Empfänger von Bürgergeld, die eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung oder eine selbstständige Tätigkeit aufnehmen. Es soll den Übergang in die finanzielle Unabhängigkeit erleichtern.
- Bootstrapping
- Eine Methode der Unternehmensgründung, bei der Gründer vollständig auf externes Kapital wie Bankkredite oder Investorengelder verzichten. Das Unternehmen wird ausschließlich aus eigenen Mitteln und den laufenden Umsätzen finanziert.
- Geschäftsmodell
- Das grundlegende Konzept, wie ein Unternehmen Werte schafft, an Kunden liefert und Einnahmen erzielt. Es beantwortet die Kernfragen: Wer ist der Kunde, welches Problem wird gelöst und wie wird damit Geld verdient?
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Zusammengestellt mit KI-Unterstützung, redaktionell geprüft.
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Ich möchte wissen, ob ein Plan auch ohne Finanzierungsabsicht nützlich für meine strategische Klarheit sein kann.
Welche Unterlagen sollte ich statt eines Businessplans erstellen, wenn ich kein Fremdkapital brauche?
Ich will verstehen, wie ich mein Geschäftsmodell für mich und potenzielle Partner auch ohne formellen Businessplan verständlich dokumentiere.
Ab welchem Unternehmensumsatz oder welcher Größe wird ein Businessplan auch ohne Finanzierung sinnvoll?
Ich möchte den richtigen Zeitpunkt erkennen, um meine Strategie für zukünftiges Wachstum formell zu planen.
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