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Interviews

Top Consultant 2026 – Interview mit Peter Saubert

Anlässlich der Auszeichnung als Top Consultant 2026 spricht Peter Saubert über Krisenpsychologie, radikale Ehrlichkeit, die soziale Verantwortung wirtschaftlich starker Unternehmer und die Renaissance der föderalen Demokratie.

Redaktion

Redaktion

15. Juni 2026

Top Consultant 2026 – Interview mit Peter Saubert

Interview mit Peter Saubert anlässlich der Auszeichnung zum Top Consultant 2026

In der Vorbereitung zu den Feierlichkeiten der Auszeichnung als Top-Consultant 2026 auf dem Deutschen Mittelstands-Summit in Heidelberg führte die Redaktion des Unternehmer Magazins dieses Interview mit Peter Saubert über die Psychologie von Krisen, den Mut zu radikaler Ehrlichkeit im Geschäftsleben, die Vereinbarkeit von hohen Gewinnen und sozialer Verantwortung sowie die Zukunft der unternehmerischen Freiheit in Deutschland.

Psychologie der Krise und Handlungsfähigkeit

Redaktion Unternehmer Magazin
Redaktion Unternehmer Magazin· Interview

Sie beschreiben sich als ehemaligen „Vorzeige-Unternehmer", der auch Insolvenzerfahrungen gemacht hat und heute gerade Gründer und kleine Unternehmer in schwierigen Situationen berät. Was aus dieser eigenen Krise geben Sie Ihren Mandanten ganz konkret weiter, das für Ihre Beratung besonders prägend ist?

Peter Saubert
Peter Saubert· Unternehmensberater · Top Consultant 2026

Das größte Problem in einer schweren Krise ist meistens nicht das Zahlenwerk, sondern die Psychologie und die eigene Handlungsfähigkeit. Läuft es schlecht oder droht das Aus, fühlt man sich schnell als Versager auf ganzer Linie. Ich gebe meinen Mandanten vor allem die Erkenntnis mit: Du zählst als Mensch, der handelt. Wer erfolgreich sein will, muss das Scheitern als Möglichkeit akzeptieren. Wer zu scheitern droht, hat die Herausforderungen von Erfolg angenommen. Mit diesem mentalen Setup werden die Menschen oft wieder handlungsfähig. Ich habe dies selbst alles erlebt – und genau deshalb nehmen mir die Unternehmer ab, wenn ich ihnen sage: Es gibt ein Leben nach der Krise, das oft stärker ist als das Leben davor.

In der Krise neigen viele Unternehmer dazu, den Kopf in den Sand zu stecken. Rechnungen bleiben ungeöffnet, Anrufe von Gläubigern werden ignoriert, man schottet sich ab. Schweigen und Abwarten sind die größten Brandbeschleuniger. Ich erkläre meinen Mandanten: Geht in die Offensive. Sprecht proaktiv, ehrlich und transparent mit Banken, Lieferanten, Mitarbeitern und dem Finanzamt – und zwar bevor das Kind komplett in den Brunnen gefallen ist. Wer kommuniziert, signalisiert Gestaltungswillen. Wer abtaucht, verliert jede Glaubwürdigkeit und jeden Spielraum. Am Ende sind es alles nur Verhandlungen.

Ich musste das auch alles erst lernen und ich freue mich über die vielen Fälle, wo es wirklich geklappt hat.

Vertrauen als Fundament der Beratung

Redaktion Unternehmer Magazin
Redaktion Unternehmer Magazin· Interview

Auf Ihrer Website schreiben Sie, dass Mandanten häufig in schwierigen Situationen zu Ihnen kommen und Sie den Vertrauensvorschuss anerkennen. Können Sie eine Mandantengeschichte schildern, in der sich dieses besondere Vertrauensverhältnis über einen längeren Zeitraum entwickelt hat?

Peter Saubert
Peter Saubert· Unternehmensberater · Top Consultant 2026

Dieser Vertrauensvorschuss ist das Fundament von allem. Wenn Menschen zu mir kommen, befinden sie sich oft am emotionalen Tiefpunkt ihres Lebens. Sie schämen sich, haben Existenzängste, das Gefühl, komplett versagt zu haben. Mir dann die Wahrheit zu sagen, die eigenen Fehler offenzulegen, die Bücher zu öffnen und den sozialen und familiären Druck standzuhalten – das erfordert unheimlich viel Mut. Das ist der Vertrauensvorschuss, vor dem ich den größten Respekt habe. Deshalb gilt für mich absolute Diskretion: Was mit mir besprochen wird, nehme ich mit ins Grab.

Aber ich betreue viele Unternehmen über Jahre hinweg. Einige Gründer haben sich ja auch auf meiner Website zu unserer Zusammenarbeit geäußert. Ein besonders erfolgreicher Gründer von mir hatte als Angestellter einen so schweren Burnout, dass er extreme körperliche Schmerzen erlitt. Gemeinsam haben wir für ihn eine Selbstständigkeit aufgebaut. Als er nach drei Jahren wieder beim Arzt war, fragte der ihn völlig überrascht: ‚Wie sind Sie denn gesund geworden?' – ‚Durch die Selbstständigkeit.'

Die ganz großen Erfolge hatte ich aber bei Krisenunternehmen, deren Unternehmerinnen und Unternehmer ihre Betriebe wieder hochprofitabel und lebensfähig gemacht haben – Betriebe, die dem Markt heute teilweise um Längen voraus sind. Mit vielen dieser Menschen verbindet mich mittlerweile ein sehr enges, gutes Verhältnis. In manchen Unternehmen habe ich dadurch einen so großartigen Ruf, dass mir diese ‚Heldenrolle' unangenehm ist.

Peter Saubert mit ausgestreckter Hand
Vertrauensvorschuss als Fundament: Mandantenbeziehungen entstehen nicht durch Verkaufsdruck, sondern durch ehrliche Gespräche auf Augenhöhe. Symbolbild. Bild: KI-generiert.

Geld verdienen als soziale Verantwortung

Redaktion Unternehmer Magazin
Redaktion Unternehmer Magazin· Interview

In Ihrem Leitbild steht der Satz: „Wir wollen, dass unsere Mandanten viel Geld verdienen, denn nur dann können wir hohe Rechnungen schreiben." Wie reagieren Mandanten, wenn Sie diesen Satz so offen aussprechen?

Peter Saubert
Peter Saubert· Unternehmensberater · Top Consultant 2026

Das ist ein Satz, der hängenbleibt – und genau das soll er auch. Wie die Mandanten darauf reagieren? Die meisten sind im ersten Moment überrascht, aber dann extrem erleichtert.

Denn wer mit mir zusammenarbeitet, will keinen Ja-Sager, der ihm nach dem Mund redet. Er will meine ungeschönte Meinung. Und es gibt im Wirtschaftsleben nun mal nichts Überzeugenderes als absolute Interessengleichheit. Mir geht es um den echten Erfolg der Unternehmerinnen und Unternehmer und nicht um eine Kuschel- oder Befindlichkeitskultur.

Das größte Risiko für viele Selbstständige ist ironischerweise oft die unbewusste Angst, richtig Geld zu verdienen. Geld und hohes Einkommen werden in Deutschland ja gerne reflexartig als schlecht und unsozial verteufelt. Das ist ein fataler Denkfehler. Wer wirklich gutes Geld verdient, der kann auch wirklich sozial und gerecht handeln. Nur wer wirtschaftlich stark ist, kann krisensichere Arbeitsplätze schaffen, sie erhalten und in soziale Projekte in seinem direkten Umfeld investieren. Solche Menschen verschwenden ihr Geld nicht für absurde Dinge.

Wir sollten in Deutschland alle wieder zu mehr unternehmerischer Ehrlichkeit zurückfinden. Zu sagen: ‚Wir wollen, dass unsere Mandanten viel Geld verdienen, denn nur dann können wir hohe Rechnungen schreiben' – das ist kein gieriger Satz. Das ist ein zutiefst ehrlicher Satz, der am Ende des Tages unendlich sozial ist.
Peter SaubertUnternehmensberater

Wer nicht zu uns passt

Redaktion Unternehmer Magazin
Redaktion Unternehmer Magazin· Interview

Sie schreiben, dass bestimmte Unternehmenstypen Sie besser nicht beauftragen sollten. Welche Unternehmen oder Haltungen meinen Sie damit konkret?

Peter Saubert
Peter Saubert· Unternehmensberater · Top Consultant 2026

Ganz einfach: Wer antidemokratisch oder kriminell unterwegs ist, kommt mit mir nicht aus. Auch wer jemanden sucht, der ihn nur bestätigt, ihm nach dem Mund redet oder den Kopf tätschelt, wird mit mir garantiert nicht glücklich.

Wer mir erzählen möchte, dass Menschen nicht selbst entscheiden können und keine Verantwortung für ihr Handeln übernehmen wollen, ist bei mir ebenfalls an der falschen Adresse. Und wer Fakten ignoriert, um lieber in seiner ideologischen Scheinwelt zu leben, sollte den Kontakt zu mir ohnehin meiden. Kurz: Wer glaubt, die Weisheit mit Löffeln konsumiert zu haben, wird in mir einen sehr unangenehmen Gegenpol erleben.

Ich suche Gesprächspartner auf Augenhöhe – Macher, die wirklich ihr eigenes Ding durchziehen wollen. Ich sage immer ganz direkt: Coaching ist betreutes Wehtun. Es geht schließlich darum, dass Unternehmerinnen und Unternehmer ihre echten Ziele erreichen. Und das funktioniert nur, wenn man sich der Realität stellt. Diese Realität steht bei mir unverrückbar fest auf dem Boden unseres Grundgesetzes.

Vom Maschinenbau zu Finanzierung und Struktur

Redaktion Unternehmer Magazin
Redaktion Unternehmer Magazin· Interview

Sie kommen aus dem Maschinenbau und der Fahrerprobung, haben Firmen mit bis zu 200 Mitarbeitenden geführt und beraten heute vor allem zu Gründung, Geschäftsmodellen und Finanzierung. Was hat dazu geführt, dass Sie Ihren Hebel heute eher in der Strukturierung und Finanzierung von Unternehmen sehen als im Ingenieurwissen?

Peter Saubert
Peter Saubert· Unternehmensberater · Top Consultant 2026

Es stimmt, die Automobilindustrie hat sich aus meiner Sicht schon vor über zehn Jahren von ihren klassischen Tugenden verabschiedet und damit die Weichen für den heute sichtbaren Niedergang gestellt. Aber das war gar nicht der Hauptgrund für meinen Ausstieg.

Der entscheidende Wandel kam mit der Entscheidung meiner Söhne, mit mir zusammenzuarbeiten. Das macht mich als Vater unendlich stolz und glücklich. Meine Söhne sind allerdings beide Wirtschaftswissenschaftler – da musste ich mich thematisch natürlich ein Stück weit anpassen.

Willi Saubert geht stark in die Richtung Finanzierung und ist in diesem Bereich inzwischen ein absoluter Experte mit einer umfangreichen Sachkenntnis. Er führt heute ‚fivewi – den Supermarkt für Unternehmensfinanzierung'. Theo Saubert wiederum beschäftigt sich überwiegend mit dem professionellen Fußball, Softwareentwicklung und Themen rund um den Nebenerwerb. Er leitet die ‚Nebenerwerb-Akademie'.

Wenn man mit so viel Glück bei den eigenen Kindern gesegnet ist, macht man solche ‚Kompromisse' im Leben extrem gerne. Wobei ich sagen muss: Strukturierung und Finanzierung haben am Ende viel mehr mit den Ingenieurwissenschaften zu tun, als Außenstehende oft meinen. Es geht auch hier immer um Prozesse, Mechaniken und Design. Im Grunde ist das also doch wieder echtes Engineering – nur eben am lebenden Objekt eines Unternehmens.

Hanseatisch, liberal, demokratisch – und föderal

Redaktion Unternehmer Magazin
Redaktion Unternehmer Magazin· Interview

Sie beschreiben Ihren Stil als „hanseatisch, liberal, demokratisch" und positionieren sich in Ihren Beiträgen sehr klar zu Bürokratie, Staatseingriffen und unternehmerischer Freiheit. Wie wird sich diese Haltung in den nächsten Jahren konkret in Ihrer Arbeit mit Gründern und kleinen Unternehmen niederschlagen, wenn Regulierung und Themen wie der EU AI Act weiter zunehmen?

Peter Saubert
Peter Saubert· Unternehmensberater · Top Consultant 2026

Entschuldigen Sie bitte, wenn ich das korrigiere: Ich sehe mich eher als schwäbisch sparsam, hanseatisch streng, liberal und weltoffen sowie zutiefst demokratisch – mit einer echten Liebe zu unserem Grundgesetz.

Aber bleiben wir bei Ihrer Frage: Demokratie bedeutet ja vor allem anzuerkennen, dass auch der andere recht haben könnte. Ich nehme derzeit ein massives Umdenken in unserer Gesellschaft wahr. Das wird in den Medien oft vorschnell als ‚rechts' deklariert und natürlich auch von den politischen Rändern missbraucht. Aber faktisch kehren die vernünftigen Menschen zu einer Erkenntnis zurück: Der Staat sollte sich auf seine Kernaufgaben konzentrieren und die Bürger ansonsten in Ruhe arbeiten und leben lassen.

Der mündige Wähler stellt heute völlig zurecht die Frage: Warum muss das eigentlich alles in Berlin oder Brüssel entschieden werden? Kaum jemand hat etwas gegen die EU – das ist eine großartige Erfindung. Was die Menschen aber massiv ärgert, ist die fehlende Antwort auf die Frage: Warum entscheiden wir die Dinge nicht wieder da, wo sie hingehören? In unserer Stadt, in unserem Dorf, in unserem Kreis.

Ich bin fest davon überzeugt, dass wir eine Renaissance der föderalen Demokratie in den Regionen erleben werden. Die Bürokratieauswüchse der letzten Jahre werden von der Politik schnell korrigiert werden müssen, denn die Wähler akzeptieren die Ignoranz der Berliner und Brüsseler Blasen schlicht nicht mehr. Wir erleben 2026 ein weiteres gutes Wendejahr in Deutschland.

Was die Auszeichnung bedeutet

Redaktion Unternehmer Magazin
Redaktion Unternehmer Magazin· Interview

Herr Saubert, Sie werden nach 2023 nun schon zum zweiten Mal als Top-Consultant ausgezeichnet. Was bedeutet Ihnen dieser Preis?

Peter Saubert
Peter Saubert· Unternehmensberater · Top Consultant 2026

So ein Preis ist sicher eine großartige Anerkennung der eigenen Arbeit und eine wunderbare Bestätigung. Aber so eine Auszeichnung kommt natürlich nicht von alleine: Man benötigt dafür viele wirklich zufriedene Mandanten. Zudem ist das gesamte Verfahren mit der Überprüfung im wissenschaftlichen Review mit einem erheblichen Aufwand verbunden. Die wissenschaftliche Leitung muss restlos überzeugt werden, was im Prozess immer wieder zu kritischen Rückfragen führt. Diesen Aufwand muss man wollen – und wir sind stolz, dass wir das wieder geschafft haben. Für uns Unternehmensberater ist dieser Preis am Ende nichts anderes als die Auszeichnung mit drei Michelin-Sternen für ein Restaurant. Es ist ein verdammt gutes Gefühl, das zu erreichen.

Redaktion Unternehmer Magazin
Redaktion Unternehmer Magazin· Interview

Das ist ein schönes Schlusswort. Vielen Dank für das Gespräch, Herr Saubert, und herzlichen Glückwunsch zur Auszeichnung!

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FAQ

Häufige Fragen

Glossar

Deutscher Mittelstands-Summit
Eine Konferenz und Netzwerkveranstaltung für Führungskräfte aus erfolgreichen mittelständischen Unternehmen in Deutschland, auf der unter anderem die „Top 100“- und „Top Consultant“-Auszeichnungen verliehen werden.
Insolvenz
Bezeichnet die rechtlich definierte Zahlungsunfähigkeit eines Schuldners (Privatperson oder Unternehmen). Ein Insolvenzverfahren dient dazu, die Gläubiger gemeinschaftlich zu befriedigen, indem das Vermögen des Schuldners verwertet wird.
Geschäftsmodell
Die Art und Weise, wie ein Unternehmen Werte schafft, an Kunden liefert und daraus Einnahmen erzielt. Es umfasst alle Aspekte von der Produktion über das Marketing bis hin zur Preisstrategie.
Finanzierung
Die Beschaffung von Kapital für ein Unternehmen. Dies kann durch Eigenkapital (z. B. Einlagen der Gesellschafter) oder Fremdkapital (z. B. Bankkredite) erfolgen und dient der Deckung von Investitionen oder laufenden Kosten.
EU AI Act
Ein Gesetzesentwurf der Europäischen Union zur Regulierung von Künstlicher Intelligenz (KI). Ziel ist es, einen einheitlichen Rechtsrahmen für die Entwicklung, das Inverkehrbringen und die Nutzung von KI-Systemen zu schaffen.
Föderalismus
Ein Organisationsprinzip, bei dem staatliche Aufgaben zwischen dem Gesamtstaat (Bund) und den einzelnen Gliedstaaten (Ländern) aufgeteilt werden. Deutschland ist eine föderale Republik.

Weiterführendes

Zusammengestellt mit KI-Unterstützung, redaktionell geprüft.

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    Wir finden heraus, ob unsere direkte und faktenbasierte Arbeitsweise für Sie und Ihr Unternehmen den größten Nutzen stiftet.

  • Ist mein aktuelles Geschäftsmodell robust genug für die Zukunft?

    Wir analysieren gemeinsam die Stärken und Schwächen Ihres Geschäftsmodells im Hinblick auf kommende Marktveränderungen.

  • Welche Finanzierungsoptionen passen zu meiner aktuellen Unternehmensphase?

    Wir bewerten, welche Art der Finanzierung – von klassischen Krediten bis zu alternativen Formen – für Ihr Wachstum die richtige ist.

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