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Grundmodul · Branchen-Linse: Maschinenbau

Was muss ein Selbstständiger oder ein Unternehmer können?

Was muss ein Selbstständiger oder Unternehmer können? Persönliche Voraussetzungen, kaufmännisches Grundwissen und eine ehrliche Selbsteinschätzung als Einstieg in Ihre Gründungsvorbereitung.

Bearbeitungsstand: Juni 2026

Wozu Klärungsbogen und Leseliste?

Beides ist Ihr privater Arbeitsbereich unter „Meins" – eine persönliche Aufgaben- und Merkliste, mit der Sie beim Lesen einen roten Faden behalten. Wir als Unternehmensberatung greifen darauf nicht zu.

Die Leseliste sammelt Beiträge, Module und Folgen, die Sie später lesen oder hören wollen. Der Klärungsbogen sammelt offene Fragen, die Ihnen beim Lesen einfallen – mit Quelle und Sprungmarke. Wenn Sie irgendwann ein Gespräch mit uns führen möchten, bringen Sie den Klärungsbogen als Ihre Agenda mit. Solange Sie das nicht tun, bleibt er bei Ihnen.

Wie „Meins" funktioniert

Inhalt
Unternehmer am Werkstatttisch mit Notizbuch und Taschenrechner

Selbstständigkeit ist Freiheit – und Freiheit bedeutet Verantwortung. Bevor Sie gründen, sollten Sie ehrlich prüfen, ob Sie die persönlichen und kaufmännischen Anforderungen tragen können. Dieser Beitrag fasst zusammen, worauf es ankommt, und liefert eine Selbsteinschätzung als Einstieg in die Vorbereitung Ihrer Gründung.

Podcast-Folge — 1x1 der gruendung
004 Was müssen Sie als Unternehmer können?
Das Gründer Handbuch

Persönliche Voraussetzungen für die Selbstständigkeit

Was Sie sich bewusst machen sollten

Selbstständigkeit ist keine abhängige Beschäftigung. Selbstständigkeit heißt Freiheit. Freiheit bedeutet Verantwortung für sich, für die Familie, für die Schutzbefohlenen – also für Menschen, die wie Mitarbeiter von Ihnen abhängig sind – und für die Gesellschaft. Diese Verantwortung müssen Sie tragen können. Delegieren lässt sie sich nicht.

Damit eine Selbstständigkeit, also eine freie berufliche Entwicklung, gelingen kann, müssen Sie aus eigenem Antrieb Aufgaben anpacken und erledigen. Dazu gehören nicht nur die Aufgaben, die Sie gerne machen, sondern auch die, die keiner machen will. Die weniger schönen Aufgaben bleiben am Ende immer beim Chef hängen – und das sind Sie.

Die Welt verändert sich, und damit verändert sich auch Ihr Geschäftsmodell. Sie werden es immer wieder an neue Bedingungen anpassen müssen. Diese Anpassungen entwickeln Sie selbst, und dazu müssen Sie selbst ständig und selbstständig dazulernen. Das nennt man innovativ. Wenn Sie Mitarbeiter haben, müssen Sie diese Veränderungen mit oder gegen Mitarbeiter, Lieferanten und Kunden durchsetzen.

Sie müssen erkennen, was wirklich wichtig ist, und Sie müssen sich auf die wirklich wichtigen Themen konzentrieren können.

Sie müssen Unsicherheit aushalten. Das Leben ist von Unsicherheit und Unwissen geprägt. Als Angestellter können Sie sich hinter den Gewissheiten der Abhängigkeit verstecken. Als freier Selbstständiger leben Sie mit Risiken, Unwissen und Unsicherheit. Wer das nicht aushält, scheitert als Selbstständiger.

Wenn etwas schiefläuft, war es immer der Chef. Wer Chef sein will, lebt damit, dass er schuld ist – auch dann, wenn er nichts dafür konnte. Das gilt für Lieferanten, Mitarbeiter und Kunden: Der Versager ist immer der Chef. Wer das nicht erträgt, scheitert als freier Selbstständiger.

Wenn Sie Beschäftigte einstellen möchten, müssen Sie mit diesen Menschen umgehen können. Mitarbeiter haben naturgemäß kein großes Interesse an Ihrer Firma. Wie führen Sie diese Mitarbeiter, damit sie im Idealfall mit Ihnen gemeinsam an Ihrem Ziel arbeiten? Ohne glaubwürdige und klare Kommunikation gelingt das nicht.

Was sagt Ihr Netzwerk? Haben Sie überhaupt ein Netzwerk – eines, das Ihnen nutzt? Und wie bauen Sie dieses Netzwerk aus, um Ihr Geschäft zu entwickeln?

Gespräch zwischen Gründer und Beraterin am Tisch

Kaufmännisches Können: Wie funktioniert Betriebswirtschaft?

Um wirtschaftlich erfolgreich zu sein, müssen Sie verstehen, wie wirtschaftliche Zusammenhänge wirken. Sie müssen kein Wirtschaftsexperte sein, aber einige Dinge sollten Sie grundlegend verstehen:

  • Wie ist Ihr Geschäftsmodell aufgebaut? Was sind die wirklich entscheidenden Faktoren für Erfolg und Misserfolg? Was sind die großen Abhängigkeiten?
  • Wie verkaufen Sie Ihre Leistung? Persönlicher Verkauf bedeutet immer, mit Menschen umgehen zu können und kommunikationsstark zu sein.
  • Wer sind Ihre Kunden? Wie erreichen Sie diese Kunden? Warum kaufen Ihre Kunden Ihre Leistungen oder Produkte? Sicher nicht, weil es billig ist. Warum müssen Ihre Kunden das Produkt oder die Leistung tatsächlich kaufen?
  • Wie funktioniert die Buchhaltung grundsätzlich?
  • Wie planen Sie Liquidität und Erfolge?
  • Wie bewerten Sie Entscheidungssituationen? Die wesentliche Leistung eines Chefs ist das Entscheiden. Wer nicht entscheiden kann, kann nicht frei und selbstständig sein.

Kaltakquise

Tim Taxis ist im deutschsprachigen Raum eine feste Größe zum Thema Kaltakquise. Wer im Verkauf systematisch vorgehen will, findet bei ihm fundierte Werkzeuge.

GEDANKENtanken: Tim Taxis mit „Heiß auf Kaltakquise"

Preisverhandlung

Auch zur Preisverhandlung hat Tim Taxis ein klares System veröffentlicht. Lesenswert für jeden, der seine Leistung verkaufen muss – und das müssen Sie als Selbstständiger immer.

Verhandeln für Profis – So setzt du deine Preise durch // Tim Taxis

Fachkenntnisse

Natürlich sollten Sie auch etwas von Ihrer Leistung oder Ihren Produkten verstehen. Sie wären nicht die erste Gründung, die nur verkauft, weil der Markt Respekt vor den Produktkenntnissen des Chefs hat. In unserer Erfahrung ist Fachwissen oft der entscheidende Erfolgsfaktor.

Kennen Sie Ihre Branche?

Fachwissen zum eigenen Produkt reicht nicht. Wer im eigenen Markt bestehen will, muss verstehen, wie sich die Branche entwickelt: Welche Kundengruppen wachsen, welche brechen weg? Welche Wettbewerber drängen nach, welche Preisstrukturen halten, welche Regulierung kommt? Ohne diesen Blick von außen kalkulieren Sie im Blindflug – und merken erst an sinkenden Aufträgen, dass sich der Markt unter Ihnen verändert hat.

Einen sehr guten und preiswerten Einstieg liefert der Bericht Markt & Trend von fivewi. Für kleines Geld abonnierbar, liefert er regelmäßig verdichtete Zahlen, Marktbewegungen und Impulse zu Ihrer Branche – ideal für Gründerinnen und Gründer, die sich keine teure Marktstudie leisten wollen, aber trotzdem fundiert entscheiden möchten. Wir empfehlen, ein solches Abonnement von Anfang an einzuplanen und die Berichte diszipliniert zu lesen: Zwei, drei Impulse pro Ausgabe reichen oft, um im richtigen Moment gegenzusteuern statt hinterherzulaufen.

Branchen-Finanzierbarkeit prüfen

Ein guter erster Reflex vor dem Marktbericht: die Einordnung, wie Banken und Investoren Ihre Branche aktuell finanzieren. Der fivewi-Branchenindex liefert dazu eine schnelle, seriöse Ersteinordnung.

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Markt- und Trendbericht direkt bestellen

Wenn Sie den passenden Bericht Markt & Trend direkt abonnieren möchten, nutzen Sie das Bestellformular von fivewi (Partner von Peter Saubert – Unternehmensberatung):

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Unternehmer macht handschriftlich eine ehrliche Selbsteinschätzung am Schreibtisch

Wie prüfen Sie sich selbst?

Niemand bringt alle Fähigkeiten von Anfang an mit. Entscheidend ist die ehrliche Selbsteinschätzung: Wo stehen Sie heute, und welche Fähigkeiten müssen Sie sich gezielt aneignen, bevor Sie gründen? Den schnellen Einstieg liefert unsere kostenfreie App Bin ich eine Gründerperson? – rund zwei Dutzend Fragen aus der Beratungspraxis, am Ende eine ehrliche Einordnung.

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Interaktive Vorschau – 1x1gruendung.peter-saubert.net/persoenlichkeit

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Klärungsfragen

Selbstcheck Gründerperson

Setzen Sie einzelne Punkte auf Ihre persönliche Aufgabenliste unter „Meins" – oder ergänzen Sie eine eigene Frage. Der Klärungsbogen ist Ihr privater Arbeitsbereich; wir greifen darauf nicht zu.

  • Welche fachliche Erfahrung bringe ich mit – und wo fehlt sie?

  • Wer kauft mein Produkt oder meine Leistung, und warum gerade von mir?

  • Wie viel Geld brauche ich monatlich – privat und im Betrieb – um durchzuhalten?

  • Wie reagiere ich auf Kritik, Rückschläge und längere Durststrecken?

  • Wer ist meine erste Anlaufstelle, wenn ich nicht weiterweiß?

  • Erledige ich auch die ungeliebten Aufgaben – Buchhaltung, Mahnwesen, Aufräumen – zuverlässig selbst?

  • Halte ich Phasen mit Unsicherheit und ohne klare Antworten über Monate hinweg aus?

  • Trage ich, dass im Zweifel immer der Chef – also ich – die Verantwortung übernimmt, auch wenn andere den Fehler verursacht haben?

  • Kann ich die entscheidenden Stellschrauben meines Geschäftsmodells für Erfolg und Misserfolg konkret benennen?

  • Verkaufe ich aktiv – inklusive Kaltakquise und Preisverhandlung – oder muss ich das gezielt lernen?

  • Beherrsche ich die Grundlagen von Buchhaltung, Liquiditätsplanung und einfachen Verträgen?

  • Welche Personen in meinem Netzwerk helfen mir konkret bei Kunden, Lieferanten oder Finanzierungen weiter?

  • Treffe ich Entscheidungen auch bei unvollständiger Informationslage – und stehe ich danach dazu?

Wer die Selbsteinschätzung lieber im Gespräch schärft: Im AVGS-Gründungscoaching gehen wir die Punkte gemeinsam durch. Mit dem AVGS (Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein) der Agentur für Arbeit ist das Coaching für Sie kostenfrei. Ohne Gutschein liefert der Hub 1×1 der Gründung die strukturierten Module für die Vorbereitung.

Branchen-Spezial · Maschinenbau

Unternehmerprofil: warum Ingenieurexzellenz allein nicht reicht

Das Ingenieur-Trugbild

Fast alle Maschinenbau-Gründungen entstehen aus fachlicher Exzellenz: aus einer Doktorarbeit, einem industrieerprobten Verfahren, einer patentierten Idee. Diese Basis ist notwendig, aber nicht hinreichend. Der Friedhof gescheiterter Deep-Tech-Startups ist voll von brillanten Technologien, die niemand gekauft hat, weil das Team keinen B2B-Vertrieb aufbauen konnte oder in der Zertifizierung stecken blieb.

Ein Maschinenbau-Gründerteam braucht mindestens drei Rollen – idealerweise durch zwei bis drei Personen abgedeckt:

  • Technische Führung (CTO) – hier liegt die fachliche Exzellenz ohnehin.
  • Kaufmännische und operative Führung (CEO/COO) – Cashflow, Recht, Personal, Investorenkommunikation, Meilensteine.
  • B2B-Vertrieb und Business Development – Kunden gewinnen, Piloten schließen, Preise verhandeln.

Vertrieb an Industriekunden ist eine eigene Disziplin

Industriekunden kaufen keine Maschine – sie kaufen Prozesssicherheit. Der Einkaufszyklus für eine Sondermaschine dauert 6–18 Monate und läuft über vier Rollen beim Kunden:

  • Der Anwender (Meister, Fertigungsleiter) will ein Problem gelöst haben.
  • Der Fachplaner/Ingenieur prüft die technische Spezifikation.
  • Der Einkauf vergleicht Preise, Zahlungsbedingungen, Vertragsklauseln.
  • Die Geschäftsführung genehmigt die Investition.

Wer nur mit dem Anwender spricht, verliert den Auftrag im Einkauf. Wer nur mit dem Einkauf verhandelt, hat keine technische Champion-Person, die intern für Sie wirbt. Vertriebsstärke im Maschinenbau heißt: alle vier Rollen bedienen, mit passenden Materialien, Referenzen und Argumenten.

Regulatorik und Zertifizierung führen

Ab Januar 2027 gilt die EU-Maschinenverordnung, ISO-13849-Zertifizierung wird bei jedem Cobot verlangt, MDR und ISO 13485 bei MedTech, EN 1090 bei Stahlbau. Ein Gründerteam braucht mindestens eine Person, die Konformitätsbewertung, Risikobeurteilung nach DIN EN ISO 12100 und die Zusammenarbeit mit benannten Stellen (TÜV, Dekra) souverän steuert. Dieses Feld an einen externen Berater komplett auszulagern, ist regelmäßig zu teuer und zu langsam.

Kapitaldisziplin und Investorenkommunikation

Wer VC-Kapital einwirbt, verpflichtet sich zu Milestone-basierten Reportings – typisch Quartals-Boardmeetings, monatliche KPI-Reports (Runway, Cash-Burn, Order-Intake, Technikmeilensteine). Ein Gründerteam, das im Alltag von Prototypenbau bis Vertrieb ohnehin an der Kapazitätsgrenze arbeitet, unterschätzt regelmäßig den Zeit- und Emotionalaufwand einer sauberen Investorenkommunikation. Ohne diese Disziplin scheitert die zweite Finanzierungsrunde – nicht die erste.

Was der Prüfstein ist

Ein einfacher Test vor der Gründung:

  • Können Sie einen Nicht-Ingenieur (z. B. Ihren Bankberater) in fünf Minuten so überzeugen, dass er den Kern Ihres Problems und Ihre Lösung wiederholen kann?
  • Haben Sie mindestens 20 dokumentierte Kundengespräche mit potenziellen Erstkunden geführt, bevor Sie den ersten Cent in den Prototyp investieren?
  • Kennen Sie die drei größten Wettbewerber und wissen, wo Sie technisch und preislich landen?

Wer bei einem Punkt „nein" sagt, gründet aus dem Labor heraus – und geht mit hoher Wahrscheinlichkeit an der Marktlücke vorbei.

Warum sehe ich diesen Abschnitt?

Auf der Hub-Übersicht ist die Branchen-Linse Maschinenbau aktiv (oder Sie sind über einen Branchen-Link auf dieses Modul gekommen). Dadurch wird dieser branchen-spezifische Block zusätzlich zum Grundmodul eingeblendet. Linse entfernen.

FAQ

Häufige Fragen

Glossar

Geschäftsmodell
Das Geschäftsmodell beschreibt die logischen Zusammenhänge, wie ein Unternehmen Werte schafft, vermittelt und erfasst. Es beantwortet die Kernfragen: Wer sind die Kunden, welches Problem wird für sie gelöst und wie wird damit Geld verdient?
Liquidität
Liquidität bezeichnet die Fähigkeit eines Unternehmens, seinen fälligen Zahlungsverpflichtungen jederzeit und uneingeschränkt nachzukommen. Eine ausreichende Liquidität sichert das kurzfristige Überleben und die Handlungsfähigkeit des Unternehmens.
Controlling
Controlling ist ein betriebswirtschaftliches Steuerungsinstrument, das die Planung, Kontrolle und Koordination von Unternehmensprozessen umfasst. Sein Ziel ist es, den wirtschaftlichen Erfolg durch das systematische Überprüfen von Plänen und Annahmen zu sichern.
Kaltakquise
Als Kaltakquise wird die erstmalige Kontaktaufnahme zu potenziellen Kunden bezeichnet, zu denen bisher keine Geschäftsbeziehung bestand. Ziel ist die Gewinnung neuer Aufträge.
Buchhaltung
Die Buchhaltung erfasst systematisch alle finanziellen Geschäftsvorfälle eines Unternehmens, wie Einnahmen und Ausgaben. Sie ist die Grundlage für den Jahresabschluss und ein wichtiges Informationsinstrument für die Unternehmenssteuerung.
AVGS (Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein)
Der Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS) ist ein Förderinstrument der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters. Er ermöglicht berechtigten Personen die kostenfreie Teilnahme an Maßnahmen wie einem Gründungscoaching.

Weiterführendes

Zusammengestellt mit KI-Unterstützung, redaktionell geprüft.

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