Grundmodul · Branchen-Linse: Reinigung
Was muss ein Selbstständiger oder ein Unternehmer können?
Was muss ein Selbstständiger oder Unternehmer können? Persönliche Voraussetzungen, kaufmännisches Grundwissen und eine ehrliche Selbsteinschätzung als Einstieg in Ihre Gründungsvorbereitung.
Bearbeitungsstand: Juni 2026
Wozu Klärungsbogen und Leseliste?
Beides ist Ihr privater Arbeitsbereich unter „Meins" – eine persönliche Aufgaben- und Merkliste, mit der Sie beim Lesen einen roten Faden behalten. Wir als Unternehmensberatung greifen darauf nicht zu.
Die Leseliste sammelt Beiträge, Module und Folgen, die Sie später lesen oder hören wollen. Der Klärungsbogen sammelt offene Fragen, die Ihnen beim Lesen einfallen – mit Quelle und Sprungmarke. Wenn Sie irgendwann ein Gespräch mit uns führen möchten, bringen Sie den Klärungsbogen als Ihre Agenda mit. Solange Sie das nicht tun, bleibt er bei Ihnen.

Selbstständigkeit ist Freiheit – und Freiheit bedeutet Verantwortung. Bevor Sie gründen, sollten Sie ehrlich prüfen, ob Sie die persönlichen und kaufmännischen Anforderungen tragen können. Dieser Beitrag fasst zusammen, worauf es ankommt, und liefert eine Selbsteinschätzung als Einstieg in die Vorbereitung Ihrer Gründung.
:::youtube[FHYGuvadZtM|Das Gründer Handbuch]:::
Persönliche Voraussetzungen für die Selbstständigkeit
Was Sie sich bewusst machen sollten
Selbstständigkeit ist keine abhängige Beschäftigung. Selbstständigkeit heißt Freiheit. Freiheit bedeutet Verantwortung für sich, für die Familie, für die Schutzbefohlenen – also für Menschen, die wie Mitarbeiter von Ihnen abhängig sind – und für die Gesellschaft. Diese Verantwortung müssen Sie tragen können. Delegieren lässt sie sich nicht.
Damit eine Selbstständigkeit, also eine freie berufliche Entwicklung, gelingen kann, müssen Sie aus eigenem Antrieb Aufgaben anpacken und erledigen. Dazu gehören nicht nur die Aufgaben, die Sie gerne machen, sondern auch die, die keiner machen will. Die weniger schönen Aufgaben bleiben am Ende immer beim Chef hängen – und das sind Sie.
Die Welt verändert sich, und damit verändert sich auch Ihr Geschäftsmodell. Sie werden es immer wieder an neue Bedingungen anpassen müssen. Diese Anpassungen entwickeln Sie selbst, und dazu müssen Sie selbst ständig und selbstständig dazulernen. Das nennt man innovativ. Wenn Sie Mitarbeiter haben, müssen Sie diese Veränderungen mit oder gegen Mitarbeiter, Lieferanten und Kunden durchsetzen.
Sie müssen erkennen, was wirklich wichtig ist, und Sie müssen sich auf die wirklich wichtigen Themen konzentrieren können.
Sie müssen Unsicherheit aushalten. Das Leben ist von Unsicherheit und Unwissen geprägt. Als Angestellter können Sie sich hinter den Gewissheiten der Abhängigkeit verstecken. Als freier Selbstständiger leben Sie mit Risiken, Unwissen und Unsicherheit. Wer das nicht aushält, scheitert als Selbstständiger.
Wenn etwas schiefläuft, war es immer der Chef. Wer Chef sein will, lebt damit, dass er schuld ist – auch dann, wenn er nichts dafür konnte. Das gilt für Lieferanten, Mitarbeiter und Kunden: Der Versager ist immer der Chef. Wer das nicht erträgt, scheitert als freier Selbstständiger.
Wenn Sie Beschäftigte einstellen möchten, müssen Sie mit diesen Menschen umgehen können. Mitarbeiter haben naturgemäß kein großes Interesse an Ihrer Firma. Wie führen Sie diese Mitarbeiter, damit sie im Idealfall mit Ihnen gemeinsam an Ihrem Ziel arbeiten? Ohne glaubwürdige und klare Kommunikation gelingt das nicht.
Was sagt Ihr Netzwerk? Haben Sie überhaupt ein Netzwerk – eines, das Ihnen nutzt? Und wie bauen Sie dieses Netzwerk aus, um Ihr Geschäft zu entwickeln?

Kaufmännisches Können: Wie funktioniert Betriebswirtschaft?
Um wirtschaftlich erfolgreich zu sein, müssen Sie verstehen, wie wirtschaftliche Zusammenhänge wirken. Sie müssen kein Wirtschaftsexperte sein, aber einige Dinge sollten Sie grundlegend verstehen:
- Wie ist Ihr Geschäftsmodell aufgebaut? Was sind die wirklich entscheidenden Faktoren für Erfolg und Misserfolg? Was sind die großen Abhängigkeiten?
- Wie verkaufen Sie Ihre Leistung? Persönlicher Verkauf bedeutet immer, mit Menschen umgehen zu können und kommunikationsstark zu sein.
- Wer sind Ihre Kunden? Wie erreichen Sie diese Kunden? Warum kaufen Ihre Kunden Ihre Leistungen oder Produkte? Sicher nicht, weil es billig ist. Warum müssen Ihre Kunden das Produkt oder die Leistung tatsächlich kaufen?
- Wie funktioniert die Buchhaltung grundsätzlich?
- Wie planen Sie Liquidität und Erfolge?
- Wie bewerten Sie Entscheidungssituationen? Die wesentliche Leistung eines Chefs ist das Entscheiden. Wer nicht entscheiden kann, kann nicht frei und selbstständig sein.
Kaltakquise
Tim Taxis ist im deutschsprachigen Raum eine feste Größe zum Thema Kaltakquise. Wer im Verkauf systematisch vorgehen will, findet bei ihm fundierte Werkzeuge.
:::youtube[IE2R6Lbok58|GEDANKENtanken: Tim Taxis mit „Heiß auf Kaltakquise"]:::
Preisverhandlung
Auch zur Preisverhandlung hat Tim Taxis ein klares System veröffentlicht. Lesenswert für jeden, der seine Leistung verkaufen muss – und das müssen Sie als Selbstständiger immer.
:::youtube[MwDUPDOygWY|Verhandeln für Profis – So setzt du deine Preise durch // Tim Taxis]:::
Fachkenntnisse
Natürlich sollten Sie auch etwas von Ihrer Leistung oder Ihren Produkten verstehen. Sie wären nicht die erste Gründung, die nur verkauft, weil der Markt Respekt vor den Produktkenntnissen des Chefs hat. In unserer Erfahrung ist Fachwissen oft der entscheidende Erfolgsfaktor.

Wie prüfen Sie sich selbst?
Niemand bringt alle Fähigkeiten von Anfang an mit. Entscheidend ist die ehrliche Selbsteinschätzung: Wo stehen Sie heute, und welche Fähigkeiten müssen Sie sich gezielt aneignen, bevor Sie gründen? Den schnellen Einstieg liefert unsere kostenfreie App Bin ich eine Gründerperson? – rund zwei Dutzend Fragen aus der Beratungspraxis, am Ende eine ehrliche Einordnung.
Interaktive Vorschau – 1x1gruendung.peter-saubert.net/persoenlichkeit
Klärungsfragen
Selbstcheck Gründerperson
Setzen Sie einzelne Punkte auf Ihre persönliche Aufgabenliste unter „Meins" – oder ergänzen Sie eine eigene Frage. Der Klärungsbogen ist Ihr privater Arbeitsbereich; wir greifen darauf nicht zu.
Welche fachliche Erfahrung bringe ich mit – und wo fehlt sie?
Wer kauft mein Produkt oder meine Leistung, und warum gerade von mir?
Wie viel Geld brauche ich monatlich – privat und im Betrieb – um durchzuhalten?
Wie reagiere ich auf Kritik, Rückschläge und längere Durststrecken?
Wer ist meine erste Anlaufstelle, wenn ich nicht weiterweiß?
Erledige ich auch die ungeliebten Aufgaben – Buchhaltung, Mahnwesen, Aufräumen – zuverlässig selbst?
Halte ich Phasen mit Unsicherheit und ohne klare Antworten über Monate hinweg aus?
Trage ich, dass im Zweifel immer der Chef – also ich – die Verantwortung übernimmt, auch wenn andere den Fehler verursacht haben?
Kann ich die entscheidenden Stellschrauben meines Geschäftsmodells für Erfolg und Misserfolg konkret benennen?
Verkaufe ich aktiv – inklusive Kaltakquise und Preisverhandlung – oder muss ich das gezielt lernen?
Beherrsche ich die Grundlagen von Buchhaltung, Liquiditätsplanung und einfachen Verträgen?
Welche Personen in meinem Netzwerk helfen mir konkret bei Kunden, Lieferanten oder Finanzierungen weiter?
Treffe ich Entscheidungen auch bei unvollständiger Informationslage – und stehe ich danach dazu?
Wer die Selbsteinschätzung lieber im Gespräch schärft: Im AVGS-Gründungscoaching gehen wir die Punkte gemeinsam durch. Mit dem AVGS (Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein) der Agentur für Arbeit ist das Coaching für Sie kostenfrei. Ohne Gutschein liefert der Hub 1×1 der Gründung die strukturierten Module für die Vorbereitung.
Branchen-Spezial · Reinigung
Reinigungsfirma: Was Sie wirklich können müssen
Reinigungshandwerk: Meisterpflicht und Praxiswissen
Für die Gründung einer Reinigungsfirma ist seit 2004 kein Meisterbrief mehr erforderlich. Diskussionen über eine Rückkehr zur alten Regelung gibt es zwar regelmäßig, geltendes Recht bleibt aber: Wer reinigen will, darf reinigen. Wir empfehlen, die Meisterausbildung parallel zur Selbstständigkeit nachzuholen – sie öffnet später Türen bei Ausschreibungen, in der Handwerkskammer und beim Verkauf des Betriebs.
Zuverlässigkeit ist das eigentliche Kapital
Die fachliche Reinigungsarbeit ist erlernbar. Was über Erfolg oder Misserfolg entscheidet, ist die Zuverlässigkeit gegenüber dem Kunden: Termine halten, Krankheit organisieren, Mitarbeiterausfall abfedern, dem Auftraggeber frühzeitig Bescheid geben, wenn etwas nicht klappt. Wer Folgeaufträge will, liefert pünktlich – der Preis ist sekundär.
Was Sie beim Start beherrschen sollten
- Reinigungstechniken für Ihre Spezialisierung (Unterhaltsreinigung, Glas, Baustellen-, Industrie- oder Klinikreinigung)
- Sachgerechter Umgang mit Reinigungsmitteln und -geräten (Sicherheitsdatenblätter, Dosierung, Materialschutz)
- Grundkenntnisse Hygiene und Arbeitssicherheit
- Lesen, Schreiben, Rechnen – Sie schreiben Angebote, Rechnungen und führen Stundenzettel
- Bereitschaft, auf Menschen zuzugehen: Kundengespräch, Reklamation, Mitarbeiterführung
Warum sehe ich diesen Abschnitt?
Auf der Hub-Übersicht ist die Branchen-Linse Reinigung aktiv (oder Sie sind über einen Branchen-Link auf dieses Modul gekommen). Dadurch wird dieser branchen-spezifische Block zusätzlich zum Grundmodul eingeblendet. Linse entfernen.
Weiterführend
FAQ
Häufige Fragen
Glossar
- Geschäftsmodell
- Das Geschäftsmodell beschreibt die logischen Zusammenhänge, wie ein Unternehmen Werte schafft, vermittelt und erfasst. Es beantwortet die Kernfragen: Wer sind die Kunden, welches Problem wird für sie gelöst und wie wird damit Geld verdient?
- Liquidität
- Liquidität bezeichnet die Fähigkeit eines Unternehmens, seinen fälligen Zahlungsverpflichtungen jederzeit und uneingeschränkt nachzukommen. Eine ausreichende Liquidität sichert das kurzfristige Überleben und die Handlungsfähigkeit des Unternehmens.
- Controlling
- Controlling ist ein betriebswirtschaftliches Steuerungsinstrument, das die Planung, Kontrolle und Koordination von Unternehmensprozessen umfasst. Sein Ziel ist es, den wirtschaftlichen Erfolg durch das systematische Überprüfen von Plänen und Annahmen zu sichern.
- Kaltakquise
- Als Kaltakquise wird die erstmalige Kontaktaufnahme zu potenziellen Kunden bezeichnet, zu denen bisher keine Geschäftsbeziehung bestand. Ziel ist die Gewinnung neuer Aufträge.
- Buchhaltung
- Die Buchhaltung erfasst systematisch alle finanziellen Geschäftsvorfälle eines Unternehmens, wie Einnahmen und Ausgaben. Sie ist die Grundlage für den Jahresabschluss und ein wichtiges Informationsinstrument für die Unternehmenssteuerung.
- AVGS (Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein)
- Der Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS) ist ein Förderinstrument der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters. Er ermöglicht berechtigten Personen die kostenfreie Teilnahme an Maßnahmen wie einem Gründungscoaching.
Weiterführendes
Magazin
Selbstständig mit dem eigenen Startup – Ein Interview mit Julian WeippertDer Beitrag fasst die theoretischen Anforderungen an Gründer zusammen. Dieses Interview zeigt an einem praktischen Beispiel, wie ein Gründer den Sprung in die Selbstständigkeit mit einem innovativen Produkt gemeistert hat.
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AVGS-Interview mit Peter SaubertDer Artikel erwähnt das AVGS-Gründungscoaching als Unterstützungsmöglichkeit. Dieses Interview liefert konkrete Einblicke, was Gründer in einem solchen Coaching erwartet und wie es den Weg in die Selbstständigkeit ebnen kann.
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Controlling als ständige Hypothesenprüfung: Was Unternehmen von der Wissenschaft lernen und warum Ihr Controlling ein Erkenntnisprozess ist.Planen und controllen bedeutet, die eigenen Annahmen systematisch zu überprüfen. Dieser Beitrag vertieft das im Artikel erwähnte Konzept des Controllings als wissenschaftlichen Erkenntnisprozess und liefert die Methodik dahinter.
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Marketing-Suizid auf Raten: Warum Ihr Unternehmen zwischen Bürokratie und digitalem Blindflug zerrieben wirdOhne Verkauf und Kunden gibt es kein Unternehmen. Dieser Beitrag liefert eine kritische und faktenbasierte Anleitung, wie Marketing und Vertrieb auf das Wesentliche – die Kundengewinnung – fokussiert werden.
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Das unsichtbare Asset: Warum der wichtigste Wert Ihres Unternehmens auf keiner Bilanz stehtDer Artikel betont die Verantwortung gegenüber Kunden, Mitarbeitern und Partnern. Dieser Beitrag erklärt, warum Vertrauen das wichtigste und zugleich unsichtbarste Kapital für den nachhaltigen Erfolg jedes Unternehmens ist.
Zusammengestellt mit KI-Unterstützung, redaktionell geprüft.
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