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Grundmodul · Branchen-Linse: Reinigung

Wie komme ich zu den richtigen Kosten?

Kurzüberblick zur Kostenrechnung für Gründer: Fixkosten, variable Kosten, Cashburnrate, Deckungsbeitrag und Gewinnschwelle – mit Verweis auf die Kalkulation der Stundensätze.

Wozu Klärungsbogen und Leseliste?

Beides ist Ihr privater Arbeitsbereich unter „Meins" – eine persönliche Aufgaben- und Merkliste, mit der Sie beim Lesen einen roten Faden behalten. Wir als Unternehmensberatung greifen darauf nicht zu.

Die Leseliste sammelt Beiträge, Module und Folgen, die Sie später lesen oder hören wollen. Der Klärungsbogen sammelt offene Fragen, die Ihnen beim Lesen einfallen – mit Quelle und Sprungmarke. Wenn Sie irgendwann ein Gespräch mit uns führen möchten, bringen Sie den Klärungsbogen als Ihre Agenda mit. Solange Sie das nicht tun, bleibt er bei Ihnen.

Wie „Meins" funktioniert

Inhalt

Damit ein Unternehmen erfolgreich ist, müssen die Kosten kleiner sein als die Erträge und die Ausgaben kleiner sein als die Einnahmen. Voraussetzung dafür: Sie kennen Ihre Kosten.

Kostenartenrechnung

Teilen Sie Ihre Kosten in zwei Gruppen:

  • Fixkosten: Kosten, die unabhängig vom Geschäftserfolg anfallen – Grundmiete, Leasingrate für das Auto, Telefonkosten, Versicherungen.
  • Variable Kosten: Kosten, die sich mit der Stückzahl ändern. Bei Verkäufern sind das die Einkaufskosten für das Material; bei Handelsvertretern können es Reisekosten sein.

Cashburnrate: Sicherheit für Ihr Unternehmen

Aus den Fixkosten (Summe aller Struktur- bzw. Fixkosten) leiten Sie eine zentrale Kennzahl ab: die Cashburnrate. Sie beantwortet die Frage, wie lange Ihr Geschäft überlebt, wenn kein Geld mehr hereinkommt.

Teilen Sie dazu Ihren Cashbestand durch die Fixkosten je Tag, Woche oder Monat. Das Ergebnis ist die Überlebensdauer Ihres Unternehmens. Je größer diese Zahl, desto mehr Sicherheit haben Sie.

Materialanteil und Deckungsbeitrag

Der Deckungsbeitrag sagt, was nach Abzug der variablen Kosten vom Umsatz übrig bleibt, um die Fixkosten zu decken.

  • Materialanteil = variable Kosten ÷ Umsatz (ohne Umsatzsteuer), in Prozent.
  • Deckungsbeitrag = 100 % − Materialanteil.

Gewinnschwelle / Breakeven

Die Gewinnschwelle ist der Umsatz, den Sie machen müssen, um keinen Verlust zu schreiben. Diese Größe müssen Sie kennen, um Ihr Unternehmen zu steuern.

Gewinnschwelle = Fixkosten ÷ Deckungsbeitrag

Eine hohe Gewinnschwelle bedeutet meist ein hohes Risiko. Wer Produkte billiger verkauft als der Wettbewerb, hat bei gleicher Kostenbasis eine höhere Gewinnschwelle – das ist der Grund, warum viele Billig-Anbieter schnell wieder verschwinden. Wer in den Preiswettbewerb geht, muss entweder einen höheren Deckungsbeitrag oder eine günstigere Fixkostenbasis als der Wettbewerb haben. Ist beides nicht gegeben, ist das Geschäft kurz nach Beginn der Preissenkungsrunde am Ende.

Stundensätze ermitteln

Die Ermittlung der richtigen Stundensätze ist für die meisten Unternehmen und alle Selbstständigen der wichtigste Erfolgsfaktor. Grundlage dafür sind die Fixkosten aus der Kostenartenrechnung.

Den vollständigen Rechenweg finden Sie im eigenen Beitrag: Kalkulation von Stundensätzen – 1×1 der Gründung.

FAQ

Häufige Fragen

Glossar

Fixkosten
Fixkosten sind Kosten, die in einer Abrechnungsperiode konstant bleiben, unabhängig davon, wie viel produziert oder verkauft wird. Beispiele sind Mieten für Geschäftsräume oder Gehälter für Verwaltungsangestellte.
Variable Kosten
Variable Kosten sind Kosten, deren Höhe sich mit dem Produktions- oder Beschäftigungsgrad ändert. Ein typisches Beispiel sind Materialkosten, die nur anfallen, wenn ein Produkt hergestellt wird.
Cashburnrate
Die Cashburnrate gibt an, wie schnell ein Unternehmen seine liquiden Mittel „verbrennt“, insbesondere in der Gründungsphase. Sie zeigt, wie viele Monate das Kapital bei aktuellen Ausgaben noch reicht, wenn keine Einnahmen erzielt werden.
Deckungsbeitrag
Der Deckungsbeitrag ist die Differenz zwischen den erzielten Erlösen (Umsatz) und den variablen Kosten. Er gibt an, wie viel ein Produkt oder eine Dienstleistung zur Deckung der Fixkosten beiträgt.
Gewinnschwelle (Breakeven Point)
Die Gewinnschwelle (auch Break-even Point) ist der Punkt, an dem Erlöse und Kosten gleich hoch sind, also weder Gewinn noch Verlust erwirtschaftet wird. Ab diesem Punkt beginnt ein Unternehmen, Gewinn zu machen.
Kostenartenrechnung
Die Kostenartenrechnung ist ein Teil der Kostenrechnung und erfasst systematisch alle in einem Unternehmen anfallenden Kosten nach ihrer Art, zum Beispiel Materialkosten, Personalkosten oder Miete. Sie beantwortet die Frage: „Welche Kosten sind angefallen?“

Weiterführendes

Zusammengestellt mit KI-Unterstützung, redaktionell geprüft.

Mein Klärungsbogen

Ihre offenen Punkte zu diesem Beitrag

Typische offene Fragen zu diesem Beitrag. Setzen Sie einzelne Punkte auf Ihre persönliche Aufgabenliste unter „Meins" – oder ergänzen Sie eine eigene Frage. Der Klärungsbogen ist Ihr privater Arbeitsbereich; wir greifen darauf nicht zu. Sie nutzen ihn als roten Faden beim Lesen – und nehmen ihn, wenn Sie wollen, als Agenda in ein Beratungsgespräch mit.

  • Preiskampf oder Qualitätsfokus: Welche Strategie passt zu meiner Kostenstruktur?

    Diese strategische Weichenstellung muss auf einem soliden Verständnis der eigenen Kosten basieren, um profitabel zu sein.

  • Welche 'versteckten' Kosten übersehen Gründer und Unternehmer am häufigsten?

    Das frühzeitige Erkennen typischerweise übersehener Kosten schützt vor bösen Überraschungen in der Finanzplanung.

  • Wie verändern sich meine Kosten, wenn mein Unternehmen wächst (Skalierung)?

    Das Verständnis der Kostendynamik bei Wachstum ist die Voraussetzung für eine solide Zukunfts- und Investitionsplanung.

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