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Modul

Die fünf Grundsätze der Modellierung im Controlling

Modellbildung ist das Kernwerkzeug des Controllings: eine vereinfachte Landkarte des Unternehmens, damit Entscheidungen nicht aus dem Bauch, sondern aus einer überprüfbaren Logik fallen. Fünf Grundsätze halten das Modell ehrlich, schlank und im Alltag nutzbar.

Bearbeitungsstand: Juni 2026

Wozu Klärungsbogen und Leseliste?

Beides ist Ihr privater Arbeitsbereich unter „Meins" – eine persönliche Aufgaben- und Merkliste, mit der Sie beim Lesen einen roten Faden behalten. Wir als Unternehmensberatung greifen darauf nicht zu.

Die Leseliste sammelt Beiträge, Module und Folgen, die Sie später lesen oder hören wollen. Der Klärungsbogen sammelt offene Fragen, die Ihnen beim Lesen einfallen – mit Quelle und Sprungmarke. Wenn Sie irgendwann ein Gespräch mit uns führen möchten, bringen Sie den Klärungsbogen als Ihre Agenda mit. Solange Sie das nicht tun, bleibt er bei Ihnen.

Wie „Meins" funktioniert

Inhalt

Die Realität in einem Unternehmen ist selten geordnet: Mandanten rufen an, Maschinen laufen, Rechnungen kommen herein, Mitarbeiter stellen Fragen. Niemand kann all das gleichzeitig im Kopf behalten und daraus saubere Entscheidungen für die nächsten Monate ableiten.

Genau dafür gibt es das wichtigste Werkzeug des Controllings: die Modellbildung.

Der Begriff klingt wissenschaftlich, bedeutet aber etwas Einfaches: Wir bauen ein vereinfachtes Abbild des Unternehmens – ein Modell. Vergleichbar mit einer Straßenkarte. Die Karte hilft, weil sie die Wirklichkeit reduziert. Würde sie jeden Baum und jeden Kieselstein zeigen, wäre sie unbrauchbar.

Damit ein Modell im Unternehmensalltag trägt, muss es nach fünf Grundsätzen gebaut sein.

Skizze eines vereinfachten Unternehmensmodells neben einer Landkarte – Sinnbild für ein Controlling-Modell.

1. Vereinfachung – Mut zur Lücke

Ein Modell darf nie so kompliziert sein wie die echte Welt. Wer versucht, jeden Cent und jeden Bleistift vorherzusagen, verliert sich im Klein-Klein.

Die Regel: Kleinkram weglassen. Konzentration auf die großen Brocken – Miete, Personal, Wareneinkauf, die zentralen Umsatzlinien.

Das Ziel: So einfach wie möglich, so genau wie nötig.

2. Zweck – wofür bauen wir das Modell?

Es gibt kein Modell, das alles kann. Ein einziges Tabellenblatt, das gleichzeitig Steuern berechnet, Preise kalkuliert und Arbeitszeiten plant, wird unbrauchbar.

Die Regel: Vor der ersten Zahl steht die Frage: Welches Problem soll dieses Modell lösen? Wenn die Anschaffung einer Maschine zu prüfen ist, entsteht ein Modell für diese Maschine – nicht für das ganze Unternehmen.

Das Ziel: Jedes Modell hat genau einen Zweck.

3. Wahrheit – Richtigkeit der Basis

Vereinfachung heißt nicht schönen. Ein Modell ist nur so belastbar wie die Zahlen, die hineingehen. Wer Kosten kleinrechnet oder Umsätze zu hoch ansetzt, betrügt sich selbst.

Die Regel: Die Ausgangszahlen müssen der Realität entsprechen. Sind echte Kosten unklar, lieber vorsichtig schätzen und einen Puffer einplanen.

Das Ziel: Die alte Regel gilt auch hier – wer Mist hineinsteckt, bekommt Mist heraus. Eine ehrliche Basis ist Pflicht.

4. Klarheit – Verständlichkeit für die Entscheider

Ein Controlling-Modell ist kein Kunstwerk und keine Doktorarbeit. Es ist ein Werkzeug für die Geschäftsleitung. Wenn die Tabelle nach fünf Minuten Kopfschmerzen verursacht, ist sie schlecht gebaut.

Die Regel: Einfache Worte statt Fachjargon. Zahlen logisch sortieren. Wer eine Entscheidung trifft, muss das Modell ohne mündliche Erklärung verstehen.

Das Ziel: Ein Modell soll Licht ins Dunkel bringen, nicht neue Verwirrung stiften.

5. Überprüfbarkeit – der Realitäts-Check

Das eleganteste Modell ist wertlos, wenn es theoretisches Konstrukt bleibt. Ein Modell ist kein Gesetz, sondern ein Beziehungsgeflecht, das sich im Alltag beweisen muss.

Die Regel: Nur Dinge in das Modell aufnehmen, die später durch echte Zahlen kontrolliert werden können. Die Ergebnisse müssen am Monatsende neben die Buchhaltungszahlen passen. Arbeitet das Modell mit Werten, die die Buchhaltung gar nicht erfasst, lässt es sich nie überprüfen.

Das Ziel: Nur wer prüfen kann, lernt dazu. Der Realitäts-Check zeigt, wo Annahmen falsch waren – und macht das Modell für die nächste Runde besser.

Beispiel: das Modell „Preiskalkulation"

Ein Unternehmen verkauft eine Dienstleistung oder ein Produkt. Ein sauber modellierter Mindestverkaufspreis berücksichtigt alle fünf Grundsätze:

  • Material: echte Einkaufszahlen – Wahrheit.
  • Arbeitszeit pro Auftrag: ehrliche Schätzung – Vereinfachung.
  • Anteil an den Fixkosten: ein einfacher, nachvollziehbarer Aufschlag – Klarheit.
  • Zweck: das Modell berechnet den Mindestverkaufspreis – nichts anderes.

Nach drei Monaten folgt der entscheidende Schritt – die Überprüfbarkeit: Buchhaltung und Stundenzettel werden neben das Modell gelegt. Haben Mandanten den Preis akzeptiert? Haben die Mitarbeiter wirklich so kurz an dem Auftrag gesessen wie geschätzt? Zeigt die Praxis, dass die tatsächliche Arbeitszeit doppelt so hoch war, lag das Modell falsch – und muss angepasst werden, sonst entsteht Verlust.

Einordnung

Modellbildung im Controlling heißt nichts anderes, als Ordnung in das Zahlen-Chaos zu bringen. Wer die Wirklichkeit bewusst vereinfacht abbildet, ehrlich kalkuliert, verständlich aufschreibt und am Ende konsequent den Praxis-Check macht, baut sich eine belastbare Navigation für den Betrieb. Das ist kein Selbstzweck – es ist die Grundlage dafür, dass Entscheidungen nicht aus dem Bauch, sondern aus einer überprüfbaren Logik fallen.

Wissenschaftliche Basis

Wer die wissenschaftstheoretischen Grundlagen hinter den fünf Grundsätzen vertiefen möchte – von Stachowiaks Modellbegriff über die Grundsätze ordnungsmäßiger Modellierung (GoM) bis zu Hans Alberts Kritik des Modellplatonismus und dem Transfer auf Controlling, Projektmanagement und Simulation – findet die ausführliche Aufarbeitung im offiziellen Whitepaper. Autor: Peter Saubert, auf Basis einer KI-gestützten Recherche.

Whitepaper · PDF

Modellbildung in Wissenschaft und Wirtschaft

Theoretische Fundierung, ordnungsmäßige Richtlinien und der Transfer auf betriebswirtschaftliche Entscheidungs- und Simulationskonzepte. 6 Seiten, A4.

Whitepaper herunterladen (PDF)

FAQ

Häufige Fragen

Glossar

Controlling
Teilbereich der Unternehmensführung, der die Geschäftsleitung bei der Planung, Steuerung und Kontrolle aller Unternehmensbereiche unterstützt. Ziel ist die Sicherung des langfristigen Unternehmenserfolgs.
Modellbildung
Die Erstellung eines vereinfachten, zweckorientierten Abbilds der Wirklichkeit, um komplexe Zusammenhänge handhabbar zu machen. Im Controlling werden damit zum Beispiel Finanzplanungen oder Preiskalkulationen erstellt.
Fixkosten
Kosten, die unabhängig von der Produktions- oder Absatzmenge in einer bestimmten Periode anfallen. Typische Beispiele sind Mieten, Gehälter der Verwaltung oder Versicherungsbeiträge.
Soll-Ist-Vergleich
Ein Kerninstrument des Controllings, bei dem geplante Werte (Soll) mit den tatsächlich erreichten Werten (Ist) verglichen werden. Die Analyse der Abweichungen ist die Basis für Korrekturmaßnahmen und die Verbesserung zukünftiger Planungen.
Deckungsbeitrag
Der Betrag, der nach Abzug der variablen Kosten vom Umsatz übrig bleibt. Er dient der Deckung der Fixkosten – was danach verbleibt, ist der Gewinn des Unternehmens.

Weiterführendes

Zusammengestellt mit KI-Unterstützung, redaktionell geprüft.

Mein Klärungsbogen

Ihre offenen Punkte zu diesem Beitrag

Typische offene Fragen zu diesem Beitrag. Setzen Sie einzelne Punkte auf Ihre persönliche Aufgabenliste unter „Meins" – oder ergänzen Sie eine eigene Frage. Der Klärungsbogen ist Ihr privater Arbeitsbereich; wir greifen darauf nicht zu. Sie nutzen ihn als roten Faden beim Lesen – und nehmen ihn, wenn Sie wollen, als Agenda in ein Beratungsgespräch mit.

  • Welches einfache Software-Tool eignet sich für die Modellierung, wenn mir Excel zu unübersichtlich wird?

    Wir müssen das richtige Werkzeug für Ihre Unternehmensgröße und Ihre Anforderungen finden, das pragmatisch nutzbar ist.

  • Wie modelliere ich unsichere zukünftige Umsätze, ohne mich zwischen zu viel Optimismus oder Pessimismus zu verlieren?

    Gemeinsam erarbeiten wir eine Methode für eine realistische Umsatzprognose, die verschiedene Szenarien berücksichtigt.

  • Mein Unternehmen wächst: Ab wann brauche ich ein integriertes Planungsmodell statt vieler einzelner Tabellen?

    Wir müssen den Punkt bestimmen, an dem Insellösungen ineffizient werden und eine konsolidierte Finanzplanung nötig wird.

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