Finanzierung als Erfolgsfaktor von Franchise-Systemen
Dieser Beitrag gibt aus der Sicht von Franchise-Gebern einen Überblick über die typischen Stolperfallen in der Finanzierungsphase des Onboardings von Franchise-Nehmern und zeigt wie wir diese bei der Unternehmensberatung Peter Saubert in der Zusammenarbeit mit Ihnen vermeiden.
Willi Saubert
28. August 2025 · 15 Min Lesezeit

Finanzierung als Erfolgsfaktor von Franchise-Systemen: So meistern Ihre Franchise-Nehmer die finanziellen Hürden im Onboarding
Die Onboarding-Phase ist für einen neuen Franchise-Nehmer der Beginn einer aufregenden Reise. Für uns als Franchise-Geber ist es die entscheidende Zeit, in der wir nicht nur einen Partner gewinnen, sondern auch die Weichen für dessen nachhaltigen Erfolg stellen. Ein zentraler und oft unterschätzter Erfolgsfaktor ist dabei die Finanzierung. Werden die typischen Fallstricke frühzeitig erkannt und gemeinsam ausgeräumt, schaffen wir die Grundlage für ein solides Wachstum. Werden sie ignoriert, kann der Traum vom eigenen Unternehmen für den Franchise-Nehmer schnell enden und das System wird im Ansehen beschädigt.
Dieser Beitrag gibt aus der Sicht eines Franchise-Gebers einen Überblick über die wichtigsten Aspekte aus der Arbeit der Unternehmensberatung Peter Saubert und die typischen Stolperfallen in der Finanzierungsphase des Onboardings von Franchise-Nehmern. Wir zeigen dabei auch, wie wir unsere Partner optimal im Onboarding neuer Franchise-Nehmer unterstützen. \n
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Was sind die Mindestforderungen an die Möglichkeiten der Franchise-Geber zur Finanzierung?
Unsere erste Pflicht ist es, dem potenziellen Franchise-Nehmer eine detaillierte und realistische Kostenaufstellung an die Hand zu geben. Es reicht nicht, nur die Franchise-Gebühr und die direkten Investitionskosten zu nennen. Viele Bewerber fokussieren sich auf diese offensichtlichen Posten und unterschätzen die tatsächliche finanzielle Belastung und die privaten Ausgaben.
Um die Anforderungen an Franchise-Nehmer festzulegen, muss zunächst klar sein, wie hoch der notwendige Kapitalbedarf tatsächlich ist. Dazu müssen Investitionsplanung, Liquiditätsplanung und Erfolgsplanung belastbar stehen. Die Finanzierung darf dabei nicht zu knapp gewählt werden – es kommt immer anders als geplant, und dafür müssen Reserven vorgehalten werden. Bei der Aufbereitung der Unterlagen unterstützen wir gerne.
Nicht alle Geschäftsmodelle lassen sich gleich gut finanzieren. Es gibt Branchen, die bei professioneller Beratung faktisch immer finanzierbar sind – und Branchen, die auch mit professioneller Betreuung schwer finanzierbar bleiben. Neue Konzepte können auf keine Erfahrungen verweisen und sind damit in der Regel schwieriger finanzierbar als Konzepte, die im Markt bereits erfolgreich sind.
Ist der Franchise-Interessent wirklich onboarding-fähig?
Bevor Sie wirklich ins Onboarding mit einem Franchise-Nehmer gehen, sollten Sie prüfen, ob dieser Partner überhaupt die Anforderungen erfüllt. Dazu gehören selbstverständlich die geforderten Kapitalnachweise. In unserer Beratungspraxis erleben wir immer wieder, dass sich die Nachweise des Eigenkapitals nicht als tragfähig herausstellen und dass Eigenkapitalpositionen mehrfach angegeben werden.
Spätestens wenn es in die Finanzierung geht, muss der Franchise-Nehmer seine Bonität offenlegen. Für Privatpersonen in Deutschland heißt das: Wir müssen die Schufa im Detail kennen. Immer wieder gibt es Gründer, die von Pfändungen durch Finanzamt oder Krankenkassen in das Konto betroffen waren. Dies sehen wir nicht in der Schufa – die finanzierende Bank platziert hier aber im Vorfeld eine Bankauskunft bei der kontoführenden Bank. Spätestens dann weiß der Kreditbearbeiter: Dieser Franchise-Nehmer ist nicht finanzierbar.
Welche Finanzierungsmöglichkeiten hat unser Franchise-Nehmer?
Wenn wir „Gründungsfinanzierung" hören, kommt kurz danach oft der Reflex „KfW-Kredit" und „Förderung". KfW-Kredite sind zweifelsohne wichtige Finanzierungsinstrumente. Die Förderung beim KfW-Kredit basiert allerdings ausschließlich auf dem Fakt, dass es überhaupt einen Kredit geben kann. Oft sind die Förderinstrumente in der konkreten Konstellation gar nicht nutzbar – das muss im Vorfeld einer Finanzierung immer durchdacht werden. Welche Instrumente praktisch eingesetzt werden, hängt stark von den individuellen Möglichkeiten ab.
Mit welchen Unterlagen startet der Franchise-Nehmer in die Finanzierung?
Immer wieder sehen wir, dass Franchise-Nehmer mit einem Businessplan in die Finanzierung starten, den sie selbst nicht verstanden haben. Häufig sind die Zahlen viel zu optimistisch.
Die Finanzplanung bereiten wir gemeinsam mit dem Franchise-Partner auf. Oft macht es Sinn, ein Coaching zur Vorbereitung auf den Banktermin durchzuführen.
Zusammenfassung der Lösungen
Diese Lösungen haben wir im Text angesprochen:
- Anforderungen an das Eigenkapital unter Berücksichtigung der Finanzierungsmöglichkeiten definieren.
- Detaillierte Schufa-Auskunft einfordern und ggf. im Vorfeld bereinigen.
- Bankverbindung ggf. im Vorfeld optimieren.
- Selbstauskunft im Vorfeld einfordern.
- Rechtzeitiger Start der Finanzierung.
- Nutzung von alternativen Finanzierungswegen (siehe auch Leistungen rund um Finanzierung).
Wie wird die Betreuung durch uns finanziert?
Unsere Arbeit zur Beratung der Finanzierung Ihrer Franchise-Nehmer muss natürlich auch finanziert werden. In der Regel stellen wir dem Franchise-Nehmer unsere Leistung in Rechnung. Dazu schließen wir eine separate Vermittler- und Beratervereinbarung mit Ihrem Franchise-Nehmer.
Wenn Sie sich verpflichten, nur Partner zu onboarden, die eine Vereinbarung mit uns schließen, können wir die Aufbereitung aller nicht Corporate-Communication-Unterlagen für Sie übernehmen. Das sind:
- Modul 2 (Standard): Finanzplanung mit typischen Planzahlen für das Geschäftsmodell.
- Modul 3 (Standard): Erfolgsübersicht über typische erfolgreiche Gründungen mit Vergleich ursprüngliche Planung und tatsächlich realisiertem Anlauf.
- Modul 4 (individuell): Projektbeschreibung mit allen strukturellen Details des konkreten Franchise-Nehmers.
- Modul 5 (individuell): Periodengerechte Finanzplanung mit Liquiditätsplanung, Erfolgsplanung und für die GmbH auch Planbilanzen.
Das Design vertreten Sie selbstverständlich weiterhin selbst – Design bleibt Ihre Kernkompetenz.
Wenn wir Preise nennen, gehen wir von Partnerschaften aus, bei denen wir auf Sicht der kommenden Jahre fünf bis zehn Gründungen pro Jahr betreuen. Die Preise für die Betreuung der Franchise-Nehmer beginnen in der einfachsten Variante – Prüfung der Bonität, Erstellung der Unterlagen und Suche einer finanzierenden Bank – bei mindestens 2.000 €. Wenn wir weitere Aufgaben übernehmen, etwa die Bereinigung der Bonität, die Bereinigung der Gesellschafterstruktur oder ein Coaching zur Vorbereitung auf den Banktermin, kann sich der Preis auf bis zu 5.000 € erhöhen.
Fazit
Die Finanzierung ist der Motor jedes Franchise-Unternehmens. Indem wir als Partner unsere Franchise-Geber proaktiv, strukturiert und mit den richtigen Werkzeugen unterstützen, legen wir den Grundstein für einen erfolgreichen Start und eine nachhaltig positive Entwicklung. Ziel muss es sein, aus jedem neuen Franchise-Nehmer einen finanziell soliden Partner zu machen. Mit dem Betreuungskonzept der Unternehmensberatung Peter Saubert ist genau das möglich.
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Weiterführend
FAQ
Häufige Fragen
Glossar
- Eigenkapital
- Das Eigenkapital bezeichnet die finanziellen Mittel, die Gründerinnen und Gründer aus ihrem Privatvermögen in ein Unternehmen einbringen. Es ist die Grundlage für jede weitere Finanzierung und dient als Sicherheit für Kreditgeber.
- Bonität
- Die Bonität oder Kreditwürdigkeit beschreibt die Fähigkeit und die Bereitschaft eines Schuldners, seine finanziellen Verpflichtungen vollständig und fristgerecht zu erfüllen. Sie wird von Banken und Auskunfteien wie der Schufa bewertet.
- Schufa
- Die „Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung“ sammelt und speichert Daten zum Zahlungsverhalten von Verbrauchern in Deutschland. Auf Basis dieser Daten wird die Bonität einer Person eingeschätzt, was für die Kreditvergabe entscheidend ist.
- Liquiditätsplanung
- Die Liquiditätsplanung ist ein Instrument der Finanzplanung, das alle voraussichtlichen Ein- und Auszahlungen eines Unternehmens für einen bestimmten Zeitraum gegenüberstellt. Sie stellt sicher, dass das Unternehmen jederzeit zahlungsfähig ist.
- Factoring
- Beim Factoring verkauft ein Unternehmen seine offenen Forderungen aus Warenlieferungen oder Dienstleistungen an einen Finanzdienstleister, den Factor. Dadurch erhält das Unternehmen sofortige Liquidität und muss nicht auf die Zahlung seiner Kunden warten.
- AVGS
- Der Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS) ist ein Förderinstrument der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters. Er kann von Gründern genutzt werden, um ein zertifiziertes Gründungscoaching zu finanzieren.
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Ist mein Franchise-Konzept überhaupt für öffentliche Förderprogramme (z.B. KfW) geeignet?
Wir müssen prüfen, ob das Geschäftsmodell grundsätzliche Hürden für die Inanspruchnahme klassischer Gründungsförderungen aufweist.
Unter welchen Bedingungen kann ein Konsumentenkredit für meinen Franchise-Nehmer als Eigenkapital gelten?
Wir müssen die Voraussetzungen klären, damit diese Finanzierungsstruktur von der Hausbank bei der finalen Kreditvergabe akzeptiert wird.
Wie ermittle ich die wirklich notwendige Eigenkapitalquote für neue Franchise-Nehmer in meinem System?
Wir müssen eine Quote definieren, die für Gründer erreichbar ist, aber gleichzeitig die Finanzierung durch die Banken sicherstellt.
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