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Cover der Podcast-Folge „A005 Vom Fließband und Fußballplatz zum Kaffeetechnik-Unternehmer: Tolga Tokcan im Gespräch“

1x1 der Gründung · Folge 28

A005 Vom Fließband und Fußballplatz zum Kaffeetechnik-Unternehmer: Tolga Tokcan im Gespräch

26. Oktober 2026 · 21:04 Min

Der Übergang aus einem sicheren Angestelltenverhältnis in die Selbstständigkeit erfordert mehr als nur fachliche Expertise. Am Beispiel des Kaffeetechnik-Unternehmers Tolga Tokcan zeigt sich, wie entscheidend eine konservative Finanzplanung und ein strategischer Geschäftsplan für den langfristigen Erfolg sind. Für angehende Gründer und bestehende Kleinunternehmer liefert dieser Werdegang eine Blaupause, um klassische Fehler in der Wachstumsphase zu vermeiden und stabile B2B-Strukturen aufzubauen.

Die wichtigsten Punkte

  • Umsatzverdopplung im zweiten Jahr: Nach 155.000 bis 160.000 Euro Bruttoumsatz im Startjahr 2024 konnte das Einzelunternehmen den Umsatz 2025 durch strategische B2B-Partnerschaften, unter anderem mit der Leasingbank Albis, verdoppeln.
  • Konservative Liquiditätsplanung: Statt Gewinne frühzeitig für den privaten Konsum abzuschöpfen, flossen diese als Puffer für kommende Steuernachzahlungen zurück ins Unternehmen. Der Lebensunterhalt wurde über minimale Privatentnahmen gedeckt.
  • Null-Euro-Marketing: Die Kundenakquise in der Gastronomie erfolgt ausschließlich über persönliche Kaltakquise, ein über Jahre aufgebautes Netzwerk und schnelle Reaktionszeiten bei Maschinenausfällen. Es wurde kein Budget für bezahlte Werbung eingesetzt.
  • Fundament durch Planung: Vor der Gründung wurde in Zusammenarbeit mit dem Berater Peter Saubert ein detaillierter Drei-Jahres-Plan inklusive Businessplan und Kalkulationen erstellt, der dem Unternehmen bis heute als verbindlicher Leitfaden dient.

Struktur vor Steuersparmodell

Viele Jungunternehmer beschäftigen sich zu früh mit komplexen Gesellschaftsformen, um vermeintlich Steuern zu sparen. Auch Tokcan erwog im Laufe seiner Unternehmerschaft die Gründung einer Holding. Eine sachliche Analyse der aktuellen Unternehmensgröße und der privaten Lebensumstände durch seinen Berater ergab jedoch, dass dieser Schritt wirtschaftlich noch nicht sinnvoll war. Statt teurer Umstrukturierungen lag der Fokus weiterhin auf dem operativen Wachstum. Dieser pragmatische Ansatz verhindert, dass Kapital und Zeit in rechtliche Konstrukte fließen, die dem Geschäftsmodell in der aktuellen Phase keinen echten Mehrwert bieten.

Operations und Backoffice als Rückgrat

Handwerkliche Dienstleistungen im B2B-Sektor erfordern eine extrem hohe Reaktionsgeschwindigkeit. Wenn in der Gastronomie eine Maschine ausfällt, ist schnelle Hilfe das wichtigste Verkaufsargument und ein Garant für Weiterempfehlungen. Begleitet wird diese operative Effizienz bei Tokcans Betrieb durch ein diszipliniertes Backoffice, das intern im Familienverbund organisiert wird. Die konsequente kaufmännische Aufarbeitung der Buchhaltung sichert nicht nur den Cashflow, sondern ermöglicht auch die Vorauszahlung von Ersatzteilen und Maschinen, ohne in Abhängigkeiten oder Liquiditätsengpässe zu geraten.

Einschätzung

Der Fall belegt, dass erfolgreiches Unternehmertum nicht zwingend auf disruptiven Innovationen oder massiven Werbeausgaben beruht. Ein solides Handwerk, kombiniert mit kaufmännischer Disziplin und realistischer Planung, bildet ein belastbares Fundament. Unternehmer sollten sich in den ersten Jahren strikt darauf konzentrieren, Liquidität aufzubauen und operative Exzellenz zu liefern, statt Kapital für privaten Luxus oder verfrühte Firmenstrukturen abzuziehen. Wer sich im Vorfeld strategisch beraten lässt, seine Zielgruppe genau kennt und das kaufmännische Fundament pflegt, übersteht auch die kritischen ersten Jahre der Selbstständigkeit und schafft die Basis für gesundes Wachstum.

Dieser Beitrag basiert auf Vom Fließband und Fußballplatz zum erfolgreichen Kaffeetechnik-Unternehmer - Ein Interview mit Tolga Tokcan aus dem Unternehmer-Magazin.

Redaktioneller Text auf Basis des YouTube-Transkripts, automatisch erzeugt am 26. Oktober 2026.

FAQ

Häufige Fragen

Glossar

B2B (Business-to-Business)
Bezeichnet Geschäftsbeziehungen zwischen mindestens zwei Unternehmen, wie etwa zwischen einem Servicetechniker und Gastronomiebetrieben. Im Gegensatz zum Privatkundengeschäft stehen hier oft langfristige Partnerschaften, Netzwerke und operative Zuverlässigkeit im Fokus.
Liquiditätsplanung
Die vorausschauende Erfassung aller erwarteten Ein- und Auszahlungen eines Unternehmens. Eine konservative Planung stellt sicher, dass stets genügend finanzielle Mittel für laufende Kosten, Materialbeschaffung und künftige Steuernachzahlungen vorhanden sind.
Kaltakquise
Die Erstansprache von potenziellen Kunden, zu denen bisher keine geschäftliche Beziehung bestand. Im handwerklichen B2B-Bereich erfolgt sie oft persönlich und erfordert Ausdauer, um ein belastbares Netzwerk aufzubauen.
Holding
Eine gesellschaftsrechtliche Struktur, bei der eine Dachgesellschaft (Muttergesellschaft) Anteile an einer oder mehreren Tochtergesellschaften hält, häufig zur Steueroptimierung oder Haftungsbeschränkung. Für Gründer und kleine Unternehmen ist dieses Modell aufgrund der hohen Umstrukturierungs- und Verwaltungskosten anfangs meist unwirtschaftlich.
Cashflow
Der Saldo aus den liquiden Einzahlungen und Auszahlungen innerhalb eines bestimmten Zeitraums, der die tatsächliche Finanzkraft eines Betriebs abbildet. Ein robuster Cashflow ist das Fundament, um Material und Maschinen ohne Fremdkapital vorfinanzieren zu können.
Privatentnahme
Die Entnahme von finanziellen Mitteln oder Sachwerten aus dem Betriebsvermögen für private Zwecke durch den Unternehmer. Um das Firmenwachstum nicht zu gefährden und Rücklagen zu bilden, sollten Privatentnahmen in der Startphase auf den absolut notwendigen Lebensunterhalt beschränkt bleiben.

Weiterführendes

Zusammengestellt mit KI-Unterstützung, redaktionell geprüft.

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