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Gute Unternehmensführung

Das Metaphern-Problem: Warum das Verteilen von Kuchen eine gefährliche Strategie-Falle ist

Wer den Markt als festen Kuchen begreift, trifft strategische Entscheidungen auf Basis eines Denkfehlers – und steuert das Unternehmen zielgerichtet in den Verdrängungskampf.

Das Metaphern-Problem: Warum das Verteilen von Kuchen eine gefährliche Strategie-Falle ist
Roter Ozean gegen Blauer Ozean – zwei Strategie-Metaphern im direkten Vergleich

Kuchen mit Messern versus offener blauer Ozean – zwei Strategie-Metaphern im Vergleich

Wenn ein Arzt eine fehlerhafte Diagnose stellt, leitet er zwangsläufig die falsche Behandlung ein. Die Folge: Der Patient wird nicht gesund, im schlimmsten Fall verschlechtert sich sein Zustand drastisch. In der Unternehmensstrategie lässt sich exakt dasselbe Phänomen beobachten. Die häufigste und folgenschwerste Fehldiagnose in Führungsetagen lautet: „Der Markt ist ein Kuchen von fester Größe, den wir untereinander aufteilen müssen."

Wer Märkte so analysiert, trifft strategische Entscheidungen auf der Basis eines Denkfehlers – und steuert sein Unternehmen damit zielgerichtet in den Misserfolg.

Die Falle des Nullsummenspiels: Verdrängung im Roten Ozean

Strategien, die auf der Vorstellung eines fixen Kuchens basieren, sind im Kern Nullsummenspiele. Die Grundannahme lautet: Was der eine gewinnt, muss der andere verlieren.

Diese Diagnose führt Unternehmen direkt in den sogenannten „Roten Ozean" – einen blutigen Verdrängungswettbewerb, der primär über den Preis, aggressive Marge-Opfer und das Abjagen von Marktanteilen geführt wird. Das Problem dieser Denkweise ist offensichtlich: Wer Energie darauf verschwendet, Stücke eines gleichbleibenden Kuchens zu verteidigen oder zu erkämpfen, schafft keinen neuen Wert. Er verbrennt Ressourcen in einem Abnutzungskampf, an dessen Ende oft nur Verlierer stehen.

Die Logik des Blauen Ozeans: Wertschöpfung statt Wertverteilung

Erfolgreiche Strategien hingegen beruhen auf einer ganz anderen Diagnose. Sie erkennen, dass der Markt elastisch ist und Werte neu geschaffen werden können. Anstatt um bestehende Pfründe zu kämpfen, kreieren sie Win-Win-Situationen und stoßen damit in „Blaue Ozeane" vor.

Das Fundament einer solchen Geschäftsstrategie ist simpel wie wirkungsvoll: Kunden müssen durch die Zusammenarbeit mit einem Unternehmen massiv und nachweisbar profitieren.

Wenn Kunden durch eine Leistung erfolgreicher, profitabler oder effizienter werden, entsteht ein natürlicher Sog. Sie wollen nicht nur mehr mit diesem Partner zusammenarbeiten, sondern werden zum lebenden Beweis für das Funktionieren des Modells.

Eine erfolgreiche Strategie fragt nie „Wie bekommen wir ein größeres Stück?", sondern „Wie machen wir gemeinsam mit unseren Kunden den Kuchen so groß, dass die alte Größe irrelevant wird?"
Peter SaubertBerater für Unternehmensstrategie

Absolute Interessenidentität: Das Prinzip echter Win-Win-Dynamik

Handshake über einer wachsenden Pflanze aus Münzen – Sinnbild für echte Interessenidentität

Wie sieht diese Strategie in der Praxis aus? Es geht um die Herstellung einer absoluten Interessenidentität zwischen einem Unternehmen und seinen Kunden. Für uns und unsere Mandanten lässt sich das so beschreiben:

  • Die Win-Win-Situation: Wenn es unser vorrangiges Ziel ist, dass unsere Mandanten sehr viel Geld verdienen oder massiv an Wert gewinnen, schaffen wir die Voraussetzung für eine extrem rentable Partnerschaft. Verdient der Mandant durch unsere Unterstützung ein Vielfaches, wird er gerne und bereitwillig auch hohe Rechnungen begleichen. Der Preis wird nebensächlich, weil der erzeugte Mehrwert die Kosten um ein Mehrfaches übersteigt.
  • Die Lose-Lose-Falle: Haben Mandanten hingegen wirtschaftliche Probleme und der Berater stellt stur Honorare oder Produkte in Rechnung, entsteht eine destruktive Dynamik. Der Mandant empfindet die Kosten als reine Belastung, der gegenseitige Nutzen tendiert gegen Null. Es entsteht die klassische Nullsummen- oder gar Lose-Lose-Situation.

Wenn beide Partner gemeinsam profitabler werden, verändert sich das gesamte Geschäftsmodell von einer transaktionalen Lieferantenbeziehung hin zu einer strategischen Symbiose.

Vom Neid zur magnetischen Anziehungskraft

Skeptiker und Mitbewerber neigen in solchen Konstellationen gerne zu Neiddiskussionen und behaupten, der Erfolg basiere auf „Glück" oder Sonderbedingungen. Der Markt reagiert jedoch rational: Potenzielle Kunden beobachten sehr genau, wer seine Partner tatsächlich erfolgreicher macht.

Die Erkenntnis, dass eine Zusammenarbeit mit einem Unternehmen kein Nullsummenspiel ist, sondern den eigenen Kuchen vergrößert, entfaltet eine enorme Anziehungskraft. Kunden entscheiden sich dann nicht mehr für das billigste Angebot, sondern für den Partner, bei dem die eigene Rendite am höchsten ist.

Eine erfolgreiche Unternehmensstrategie fragt daher niemals: „Wie bekommen wir ein größeres Stück vom Kuchen?" Sie fragt stattdessen: „Wie schaffen wir gemeinsam mit unseren Kunden einen so großen Mehrwert, dass die bisherige Kuchengröße völlig irrelevant wird?" Nur wer diese Diagnose stellt, verlässt den zermürbenden Preiskampf des Roten Ozeans und baut ein dauerhaft profitables Geschäft auf.

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FAQ

Häufige Fragen

Glossar

Nullsummenspiel
Bezeichnet eine Situation, in der die Gewinne des einen zwangsläufig die Verluste des anderen sind. In der Unternehmensstrategie führt diese Annahme zu reinen Verdrängungskämpfen um bestehende Marktanteile.
Roter Ozean
Metapher für einen bestehenden, stark umkämpften Markt, in dem Unternehmen durch Preiskämpfe und Verdrängung um Marktanteile konkurrieren. Strategien des Roten Ozeans führen oft zu sinkenden Margen für alle Teilnehmer.
Blauer Ozean
Metapher für die Schaffung eines neuen, unbekannten Marktes ohne direkten Wettbewerb. Unternehmen in Blauen Ozeanen generieren neue Nachfrage durch innovative Wertangebote, anstatt sich auf Verdrängung zu konzentrieren.
Interessenidentität
Beschreibt die strategische Ausrichtung, bei der die Interessen eines Unternehmens und seiner Kunden deckungsgleich sind. Das Ziel ist eine partnerschaftliche Symbiose, in der der Erfolg des Kunden direkt zum Erfolg des Unternehmens führt.
Win-Win-Dynamik
Eine Geschäftsbeziehung, in der beide Partner einen klaren und nachweisbaren Nutzen ziehen und gemeinsam profitabler werden. An die Stelle einer reinen Lieferantenbeziehung tritt eine strategische Partnerschaft mit gegenseitigem Vorteil.

Weiterführendes

Zusammengestellt mit KI-Unterstützung, redaktionell geprüft.

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  • Welchen einzigartigen Mehrwert kann ich für meine Kunden schaffen?

    Ich will herausfinden, wie ich Probleme meiner Kunden auf eine Weise lösen kann, die mich vom Wettbewerb abhebt.

  • Welche unbewussten Metaphern prägen meine aktuelle Unternehmensstrategie?

    Ich möchte die Denkmuster hinterfragen, die meine Entscheidungen beeinflussen, um neue Wachstumspfade zu entdecken.

  • Wie messe ich, ob meine Strategie eine Sogwirkung auf potenzielle Kunden entfaltet?

    Ich möchte verstehen, ob mein Geschäftsmodell zu einer messbaren Anziehungskraft führt, die über reines Marketing hinausgeht.

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