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Die SCHUFA unter Druck

Die SCHUFA unter Druck: Was das OLG-Köln-Urteil zur Löschung erledigter Negativ-Einträge praktisch für Verbraucher, Handel und Finanzierung bedeutet.

Willi Saubert

Willi Saubert

26. Juni 2025 · 16 Min Lesezeit

Die SCHUFA unter Druck

Das Oberlandesgericht (OLG) Köln hat in einem Urteil vom 10. April 2025 (Az. 15 U 249/24) entschieden, dass die SCHUFA erledigte Negativ-Einträge, also vollständig bezahlte Forderungen, nicht länger pauschal drei Jahre speichern darf. Die Löschung muss stattdessen unverzüglich erfolgen, sobald der Gläubiger die vollständige Begleichung bestätigt hat. Damit folgt das OLG Köln einem Trend in der Rechtsprechung, die sich vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) bis hin zu zahlreichen unteren Gerichten zunehmend SCHUFA-feindlich zeigt. Die SCHUFA hat Revision gegen das Urteil eingelegt, da dieses Urteil die Existenz des Geschäftsmodells der SCHUFA in Frage stellt. Das OLG-Urteil fußt maßgeblich auf einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) vom 7. Dezember 2023.

Podcast-Folge — Unternehmersicht
004 Die SCHUFA unter Druck

Bisher war es gängige Praxis, dass die SCHUFA erledigte Negativ-Einträge drei Jahre lang speicherte. Das OLG Köln hat nun entschieden, dass diese Praxis gegen die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) verstößt, insbesondere gegen die Prinzipien der Datenminimierung und Speicherbegrenzung. Das Gericht argumentierte, dass nach vollständiger Begleichung einer Forderung kein nachvollziehbares Interesse mehr an der weiteren Speicherung besteht und die Interessen der Betroffenen an wirtschaftlicher Rehabilitation überwiegen.

Datenschützer und Verbraucherschützer feiern

Dieses Urteil hat erhebliche Auswirkungen für Millionen von Verbrauchern, da nunmehr eine sofortige Löschung erledigter SCHUFA-Einträge gefordert werden kann. Das Gerichtsurteil stützt sich auch auf die Tatsache, dass im öffentlichen Schuldenverzeichnis Einträge bereits sechs Monate nach Zahlung gelöscht werden, und fragte, warum private Auskunfteien länger speichern sollten.

Was bedeutet das Urteil für die Praxis aber wirklich?

Natürlich profitieren säumige Schuldner von dieser Entscheidung direkt. Die Daten dienen der SCHUFA aber zur Berechnung des SCHUFA-Scores. Der SCHUFA-Score ist Basis für zahlreiche Geschäfte im Bereich von Kleinst- oder Kleinbeträgen. Hier wird der Score zur quasi-automatischen Freigabe von Geschäftsbeziehungen eingesetzt. Das sind vor allem:

  • Kleinkredite
  • Konsumkredite
  • Zahlung auf Rechnung
  • Ratenzahlung im Konsumbereich
  • Leasingverträge
  • Mobilfunk- und Telefonverträge

Auswirkungen auf Abonnements, Telekommunikation und Versicherungen

In der Vergangenheit hat der SCHUFA-Score Telekommunikations- und Versicherungsunternehmen vor übermäßig schlechten Risiken geschützt. Dieser Schutz entfällt und wird zu einer verstärkten Nutzung dieser Dienstleistungen führen, die sich diese Dienstleistungen eigentlich nicht leisten können. Damit steigt der Abwicklungsaufwand bei den Unternehmen und es werden Leistungen konsumiert, die durch den Durchschnittskunden mitfinanziert werden müssen. Das Ergebnis werden also steigende Tarife sein.

Kartenterminal, Rechnungen und Bonitätsunterlagen im Einzelhandel

Auswirkung auf den Handel

Mit der SCHUFA entfallen zuerst für den Handel Absatzfinanzierungen. Kleinstbeträge und Kleinbeträge lassen sich nicht mehr über Ratenzahlung, Kredite oder Leasing finanzieren. Diese Absatzunterstützung entfällt immer mehr. Damit verliert der Handel kurzfristig Umsatz.

Die bedeutendste Auswirkung des SCHUFA-Urteils ist aber die Auswirkung auf die Zahlung auf Rechnung. Wer auf Rechnung zahlen wollte, musste in der Vergangenheit in der Regel im Hintergrund eine schnelle Abfrage bei der SCHUFA zulassen. War der Score in Ordnung, konnte per Rechnung gezahlt werden. Das wird in Zukunft deutlich eingeschränkt.

Die Zahlung per Rechnung hatte aber einen Nebeneffekt. Wenn ich erst in 30 Tagen zahlen muss, kann ich mehr bestellen und das, was mir nicht gefällt, zurückschicken. Auf diese Weise kann ich Geld ausgeben, das ich eigentlich noch nicht habe. Entfällt die Zahlung auf Rechnung, muss ich das Geld tatsächlich auf dem Konto haben. Das bedeutet aber, ich kann nur das bestellen, was ich mir wirklich auch leisten kann. Die Rücksendung wird mir nach dem Wareneingang und der Verbuchung wieder erstattet. In dieser Zeit habe ich das Geld nicht und kann es folglich nicht mehr ausgeben.

Dies wird vor allem im Online-Handel dazu führen, dass weniger bestellt wird und die Rücksendequote zurückgeht. Es gibt also eine Kostenentlastung für den Handel bei gleichzeitigem Umsatzrückgang.

Für die Paketdienste bedeutet das ein Rückgang der Stückzahlen und damit sinkende Umsätze.

Auswirkungen für den stationären Handel

Wenn weniger online bestellt werden kann, hat dies Folgen für den stationären Handel. Wenn ich wirklich ein bestimmtes Produkt benötige und eben nicht einfach ausprobieren kann, ob das Produkt das richtige für mich ist, muss ich wieder in die Stadt oder das Einkaufszentrum gehen, um das Produkt dort auszuwählen. Damit steigt die Wettbewerbsfähigkeit des lokalen Handels.

Auswirkungen auf die Unternehmens- und Gründungsfinanzierung

Auf die Unternehmens- und Gründungsfinanzierung wird dieses Urteil übrigens kaum Auswirkungen haben, da der SCHUFA-Score hier kaum eine Rolle spielt. Stattdessen werden hier andere Mittel zur Bonitätsbeurteilung genutzt, zum Beispiel die betriebswirtschaftliche Analyse, die Gründereignung oder die Bankauskunft.

Fazit

Das Fazit aus der Analyse kann also sein: In den betroffenen Bereichen ist mit Preissteigerungen zu rechnen. Der wirtschaftliche Profiteur ist der stationäre Handel. Die Verlierer sind die Verbraucher mit einem guten SCHUFA-Score. Für die Unternehmensfinanzierung wird das Urteil kaum Auswirkungen haben.

KI-Experiment · Gemini-Einordnung

Ab hier folgt die maschinelle Einordnung durch ein Sprachmodell. Der Abschnitt ist als Test zu lesen und wird im Anschluss von den Autoren bewertet.

Unser Experiment: Bewertung von Ergebnissen einer KI

In den Diskussionen in den sozialen Medien treffen wir auf teilweise recht eigentümliche Auffassungen. Aus diesem Grund haben wir gesagt, wir testen einmal, was eine KI zu unseren Beiträgen sagt. Eine KI kennt den Durchschnitt von öffentlichem Wissen und Glauben. Also kann uns eine KI auch sagen, wie ein Beitrag öffentlich eingeordnet wird. Dazu haben wir einen einfachen Prompt, das heißt eine einfache Eingabe für Gemini gewählt.

Gemini-Prompt: Bitte ordnen Sie den Beitrag fachlich, kulturell, soziologisch, ideologisch, politisch und ökonomisch in einer kurzen Zusammenfassung ein.

Der folgende Teil wurde am 26.06.2025 durch Gemini erzeugt. Gemini ist ein Sprachmodell von Google (Generative künstliche Intelligenz). Die Anmerkungen der Autoren sind kenntlich gemacht.

Dieses Urteil des OLG Köln, das die dreijährige Speicherung erledigter Negativ-Einträge bei der SCHUFA untersagt, hat weitreichende Auswirkungen, die sich wie folgt einordnen lassen [Anmerkung der Autoren: Bereits hier ist klar, dass Gemini die Aufgabe nicht verstanden hat und seine eigene Meinung kundtun möchte.]:

  • Für die SCHUFA: Das Geschäftsmodell der SCHUFA wird fundamental in Frage gestellt, da die Datenbasis für ihren Score schmaler wird. Dies könnte zu Anpassungen ihres Geschäftsmodells, wie der Entwicklung neuer Bewertungsparameter, oder zu sinkenden Einnahmen führen. [Anmerkung der Autoren: Das hat sehr wenig mit dem Beitrag zu tun. Es spiegelt die aktuelle Presse wider. Der Abschnitt ist weitgehend halluziniert.]
  • Für Unternehmen (Telekommunikation, Versicherungen, Handel): Es drohen höhere Ausfallraten und damit steigende Kosten, die möglicherweise durch Preiserhöhungen an die Endverbraucher weitergegeben werden müssen. Insbesondere die Finanzierung von Kleinst- und Kleinbeträgen sowie die Zahlung auf Rechnung könnten eingeschränkt werden, was zu Umsatzrückgängen im Online-Handel führen könnte. Die Rücksendequoten im Online-Handel könnten jedoch sinken, was eine Kostenentlastung darstellt. [Anmerkung der Autoren: Sachlich richtig.]
  • Für Verbraucher: Säumige Schuldner profitieren unmittelbar. Verbraucher mit guter Bonität könnten durch höhere Preise für Dienstleistungen indirekt belastet werden. Die Kaufgewohnheiten, insbesondere im Online-Handel (Weniger „Bestellen zum Anprobieren“), könnten sich ändern. [Anmerkung der Autoren: Sachlich richtig.]
  • Für den stationären Handel: Das Urteil könnte die Wettbewerbsfähigkeit des stationären Handels stärken, da Verbraucher, die online keine Rechnungskäufe mehr tätigen können, vermehrt in physische Geschäfte ausweichen könnten. [Anmerkung der Autoren: Sachlich richtig.]
  • Für Paketdienste: Ein Rückgang der Online-Bestellungen und Rücksendungen könnte zu sinkenden Stückzahlen und Umsätzen führen. [Anmerkung der Autoren: Sachlich richtig.]

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Urteil ein deutliches Zeichen für den Schutz der Verbraucherrechte im digitalen Zeitalter setzt. Es hat das Potenzial, die etablierten Praktiken der Bonitätsprüfung in Deutschland grundlegend zu verändern, mit weitreichenden rechtlichen, kulturellen, sozialen, ideologischen und ökonomischen Konsequenzen für alle Beteiligten. [Anmerkung der Autoren: Das hat leider mit dem Beitrag nichts zu tun. Es spiegelt nur die aktuelle Presse wider. Der Abschnitt ist komplett halluziniert.]

Bewertung der Gemini-Ergebnisse durch die Autoren

Zum ersten Mal in diesem Experiment haben wir dreimal geprüft, ob der Prompt wirklich richtig war. War er. Gemini schreibt hier primär über die persönliche „Gemini“-Meinung, die recht weit politisch links zu verorten ist. Dies sind die Standardtexte, die wir aus den Mainstream-Medien aus der Verbrauchersicht lesen. Lediglich im letzten Teil der Analyse wird wirklich auf den Text zurückgegriffen und es werden die Fakten hervorgehoben, die bisher nicht in den Mainstream-Medien diskutiert wurden. Das war der faktenbasierte Teil der Gemini-Antwort.

Dieses Experiment ist spannend, weil es eben auch die Grenzen von Large Language Modellen wie Gemini zeigt. Es zeigt sich in diesem Experiment, dass strikte wirtschaftliche Logik mit diesen Modellen oft nicht umsetzbar ist. Gerade wenn es um Dinge geht, die nicht Mainstream sind, wird es schwierig und die Arbeit eines Beraters kann nicht ersetzt werden. Das ist zum Beispiel für Businesspläne und Finanzierungsunterlagen wichtig. Einfache und relativ normale Geschäftsmodelle, wie Dönerstand oder Fliesenleger, lassen sich gut mit diesen Modellen automatisieren, wie wir es bei der Businessplanerstellung der fivewi auch gemacht haben. Hier gibt es genug Basisdaten. Mit neuartigen oder gegen den Mainstream aufgestellten Texten sind diese Sprachmodelle regelmäßig überfordert. Überfordert sind die Sprachmodelle auch bei Texten, die sehr stark ideologisch aufgeladene Inhalte besprechen. Das bedeutet, dass zum Beispiel Themen von Personalberatungen oder Personalvermittlern sowie von sozialen Dienstleistungen nur sehr schwer konsistent von diesen Sprachmodellen formuliert werden können. Am Ende geht es ja immer um Geld und da hilft eine abstrakte, halluzinierte Gerechtigkeitsdiskussion nicht.

SCHUFABonitätHandelVerbraucherUnternehmensfinanzierung

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FAQ

Häufige Fragen

Glossar

Bonität
Die Bonität oder Kreditwürdigkeit beschreibt die Fähigkeit und Bereitschaft eines Schuldners, seine finanziellen Verpflichtungen vollständig und fristgerecht zu erfüllen. Sie ist die zentrale Bewertungsgrundlage für die Vergabe von Krediten und den Abschluss von Verträgen mit Zahlungsziel.
SCHUFA-Score
Ein von der SCHUFA Holding AG ermittelter numerischer Wert, der die Kreditwürdigkeit einer Person prognostizieren soll. Der Score basiert auf den bei der SCHUFA gespeicherten Daten und wird von Unternehmen als Entscheidungshilfe bei der Vergabe von Krediten oder Verträgen genutzt.
Auskunftei
Ein privatwirtschaftliches Unternehmen, das wirtschaftsrelevante Daten über Privatpersonen und Unternehmen sammelt, um deren Bonität zu bewerten. Diese Informationen werden an Vertragspartner wie Banken, Telekommunikationsunternehmen oder Händler weitergegeben.
DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung)
Eine Verordnung der Europäischen Union, die die Verarbeitung personenbezogener Daten durch private Unternehmen und öffentliche Stellen regelt. Sie soll die Grundrechte und Grundfreiheiten natürlicher Personen schützen, insbesondere deren Recht auf Schutz personenbezogener Daten.
Datenminimierung
Ein zentraler Grundsatz der DSGVO, wonach personenbezogene Daten auf das für den Verarbeitungszweck notwendige Maß beschränkt sein müssen. Daten dürfen also nur erhoben und gespeichert werden, wenn sie für einen konkreten, legitimen Zweck unerlässlich sind.
Speicherbegrenzung
Ein weiterer Grundsatz aus der DSGVO, der besagt, dass personenbezogene Daten nur so lange gespeichert werden dürfen, wie es für den Zweck ihrer Verarbeitung erforderlich ist. Danach müssen sie gelöscht oder anonymisiert werden.
EuGH (Europäischer Gerichtshof)
Das höchste rechtsprechende Organ der Europäischen Union mit Sitz in Luxemburg. Der EuGH legt das EU-Recht verbindlich aus und sorgt für dessen einheitliche Anwendung in allen Mitgliedstaaten.

Weiterführendes

Zusammengestellt mit KI-Unterstützung, redaktionell geprüft.

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  • Welche Alternativen zur SCHUFA-Abfrage gibt es für meine Bonitätsprüfungen?

    Wir müssen klären, welche Datenquellen und Methoden Ihnen jetzt zur Verfügung stehen, um die Bonität Ihrer Kunden und Geschäftspartner verlässlich zu prüfen.

  • Wie gestalte ich Verträge mit Kunden, deren Bonität ich nicht mehr einschätzen kann?

    Um Ihr Geschäftsrisiko zu steuern, ist es entscheidend, Ihre Verträge und Zahlungsbedingungen an die neue Lage anzupassen, etwa durch Vorkasse oder Sicherheiten.

  • Wie kann ich die sofortige Löschung meiner eigenen, erledigten SCHUFA-Einträge durchsetzen?

    Wir müssen die konkreten Schritte besprechen, die Sie als Privatperson oder Unternehmer einleiten können, um von der neuen Rechtsprechung zu profitieren und Ihre Bonität zu verbessern.

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