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Finanzierungsberatung

Asset-Based Finance: Liquidität aus Forderungen und Sachwerten

Factoring, Sale-and-Lease-Back und Finetrading finanzieren nicht die Bonität, sondern den Vermögenswert. Das macht sie auch dann verfügbar, wenn die Bank zögert.

Inhalt

Asset-Based Finance dreht die klassische Logik um: Nicht die Bonität des Unternehmens steht im Mittelpunkt, sondern der Wert eines konkreten Vermögensgegenstands – eine Forderung, eine Maschine, ein Warenlager. Genau deshalb funktioniert dieser Baustein auch dann, wenn das Rating gerade schwach ist.

Factoring: aus Forderungen wird sofort Geld

Beim Factoring verkaufen Sie Ihre Forderungen an einen Factor und erhalten in der Regel binnen 24 bis 48 Stunden den überwiegenden Teil des Rechnungsbetrags. Beim echten Factoring geht das Ausfallrisiko (Delkredere) auf den Factor über – bilanziell verkürzt sich die Bilanz, die Eigenkapitalquote steigt. Beim unechten Factoring bleibt das Risiko bei Ihnen; der Effekt auf das Rating ist deutlich kleiner.

Die Kosten setzen sich aus Factoringgebühr, Zins auf den Bevorschussungszeitraum und ggf. Prüfgebühren zusammen. Verglichen werden muss immer mit den Alternativen: Kontokorrentzins, entgangene Skonti und der eigene Aufwand im Forderungsmanagement. Anbieterübersichten führen der Deutsche Factoring-Verband und der Bundesverband Factoring für den Mittelstand.

Sale-and-Lease-Back: gebundenes Kapital im Anlagevermögen heben

Beim Sale-and-Lease-Back verkaufen Sie bereits bezahlte Maschinen, Fuhrpark oder Anlagen an eine Leasinggesellschaft und mieten sie unverändert weiter. Die Produktion läuft weiter, der Kaufpreis fließt als frische Liquidität zu. Das Instrument eignet sich besonders für anlagenintensive Betriebe in Wachstums-, Nachfolge- oder Sanierungssituationen.

Prüfen Sie die Größenordnung vorab selbst:

Sale-and-Lease-Back-Rechner der fivewi wird beim Annähern geladen.

Die Alternativen zur klassischen Investitionsfinanzierung rechnen Sie im Leasingrechner und im Mietkaufrechner nach.

Finetrading und Einkaufsfinanzierung

Beim Finetrading tritt ein Finetrader als Zwischenhändler auf: Er bezahlt Ihren Lieferanten sofort – meist unter Ausnutzung des Skontos – und räumt Ihnen ein verlängertes Zahlungsziel von bis zu 120 Tagen ein. Damit finanzieren Sie den Wareneinkauf ohne Bankkredit und ohne zusätzliche Sicherheiten. Sinnvoll ist das vor allem bei saisonalen Einkäufen und Großaufträgen.

Asset-Based Finance ist kein Notnagel. Es ist die sauberste Antwort auf die Frage, warum ein Betrieb Kapital in Maschinen und Forderungen bindet, das er im Markt braucht.

Peter SaubertBerater für Unternehmensfinanzierung

Grenzen und Nebenwirkungen

Asset-Based-Bausteine sind selten die günstigste, aber häufig die verfügbare Lösung. Achten Sie auf Mindestvolumina, Laufzeitbindungen, den Umgang mit dem Kundenkontakt beim Factoring sowie auf die bilanzielle und steuerliche Behandlung – letztere klären wir mit Ihrem Steuerberater.

Weiter zum nächsten Baustein: Private Debt.

FAQ

Häufige Fragen

Glossar

Asset-Based Finance
Eine Form der Unternehmensfinanzierung, bei der nicht die Bonität des Unternehmens, sondern der Wert von Vermögensgegenständen (z. B. Forderungen, Maschinen, Warenlager) die Grundlage für die Finanzierungsentscheidung ist.
Factoring
Der Verkauf offener Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an einen Finanzdienstleister (Factor). Das Unternehmen erhält den Großteil des Rechnungsbetrags sofort und muss nicht auf die Zahlung seiner Kunden warten.
Echtes Factoring
Eine Variante des Factorings, bei der der Factor auch das volle Risiko eines Zahlungsausfalls (Delkredererisiko) übernimmt. Dies führt zu einer Bilanzverkürzung und verbessert die Eigenkapitalquote des Unternehmens.
Delkredererisiko
Das Risiko, dass ein Kunde seine Rechnung nicht bezahlt (Forderungsausfall). Beim echten Factoring wird dieses Risiko vom Factor übernommen.
Sale-and-Lease-Back
Ein Finanzierungsinstrument, bei dem ein Unternehmen einen Vermögensgegenstand aus seinem Anlagevermögen an eine Leasinggesellschaft verkauft und direkt wieder zurückleast. Das Unternehmen erhält den Kaufpreis als Liquidität und kann das Wirtschaftsgut weiter nutzen.
Finetrading
Eine bankenunabhängige Finanzierungsform für den Wareneinkauf, bei der ein Zwischenhändler (Finetrader) die Rechnung des Lieferanten sofort bezahlt. Das Unternehmen erhält im Gegenzug ein verlängertes Zahlungsziel.

Zusammengestellt mit KI-Unterstützung, redaktionell geprüft.

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Mein Klärungsbogen

Ihre offenen Punkte zu diesem Beitrag

Typische offene Fragen zu diesem Beitrag. Setzen Sie einzelne Punkte auf Ihre persönliche Aufgabenliste unter „Meins" – oder ergänzen Sie eine eigene Frage. Der Klärungsbogen ist Ihr privater Arbeitsbereich; wir greifen darauf nicht zu. Sie nutzen ihn als roten Faden beim Lesen – und nehmen ihn, wenn Sie wollen, als Agenda in ein Beratungsgespräch mit.

  • Ich will prüfen, welche meiner Vermögenswerte sich für Asset-Based Finance eignen.

    Ich möchte verstehen, welche stillen Reserven im Anlage- und Umlaufvermögen meines Unternehmens als Sicherheit dienen können.

  • Ich bin unsicher, wie meine Kunden auf den Verkauf meiner Forderungen (Factoring) reagieren.

    Ich möchte den Prozess so gestalten, dass die Kundenbeziehung nicht leidet und der externe Partner professionell auftritt.

  • Ich möchte die Kosten von Finetrading mit einem klassischen Lieferantenkredit vergleichen.

    Ich will wissen, ob die längere Zahlungsfrist die Gebühren des Finetraders für mein Unternehmen rechtfertigt.

  • Ich will die bilanziellen und steuerlichen Folgen von Asset-Based-Instrumenten verstehen.

    Ich möchte wissen, wie sich die Maßnahmen auf meine Bilanzkennzahlen und die Steuerlast konkret auswirken.

  • Ich will wissen, ob echtes oder unechtes Factoring für mein Unternehmen sinnvoller ist.

    Ich möchte die Vor- und Nachteile bezüglich Risikoübernahme, Kosten und Bilanzwirkung für meine Situation abwägen.

  • Ich möchte meinen Maschinenpark für ein Sale-and-Lease-Back bewerten lassen.

    Ich will eine realistische Einschätzung des Marktwerts und der potenziell freisetzbaren Liquidität erhalten.

  • Mein Unternehmen hat ein schwaches Rating und braucht trotzdem Liquidität.

    Ich möchte ausloten, welche Asset-Based-Optionen für mich trotz angespannter Bonität verfügbar und sinnvoll sind.

  • Ich will prüfen, ob die durch Factoring gewonnene Liquidität die Kosten selbst trägt.

    Ich möchte den Effekt der konsequenten Skontonutzung bei meinen Lieferanten gegen die Factoring-Gebühren rechnen.

Kontakt

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